QualiGTA SEK I
Wissenschaftliche Prozessbegleitung des Projektes "Differenzierung des Qualitätsrahmens Ganztagsangebote für weiterführende Schulen" Laufzeit: 05/2026-12/2026
Kurzbeschreibung
Das Projekt entwickelt den sächsischen Qualitätsrahmen Ganztagsangebote für weiterführende Schulen weiter. Im Fokus stehen die Qualitätsbereiche Individuelle Förderung und Schulklub. Auf Basis von Fokusgruppen an 30 bis 40 Schulen werden Praxisformen, Gelingensbedingungen und Entwicklungsbedarfe analysiert. Ergebnis sind Kriterien, Indikatoren, Schulberichte, Good-Practice-Steckbriefe sowie regionale Qualitätszirkel für Tranfer und Vernetzung.
Aktuelles
Im Juni 2026 werden die teilnehmenden Schulen ausgewählt und kontaktiert. Ziel ist die Terminabstimmung für die Durchführung der Fokusgruppen nach den Sommerferien. Eingebunden werden verschiedene Akteur:innen der Schulen, darunter Schulleitungen, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Sozialarbeitende, Kinder und Jugendliche, Eltern sowie Kooperationspartner.
Ausgangslage
Ganztagsangebote sind im Freistaat Sachsen seit vielen Jahren ein zentraler Baustein schulischer Qualitätsentwicklung. Nachdem Ganztagsangebote seit mehr als zehn Jahren nahezu flächendeckend etabliert sind (KMK 2026), verschiebt sich der bildungspolitische und fachliche Fokus zunehmend vom quantitativen Ausbau auf die qualitative Weiterentwicklung bestehender Strukturen und Angebote. Dies wird auch in den aktuellen Förderdaten sichtbar: Im Schuljahr 2025/2026 erhalten 1.511 allgemeinbildende Schulen im Freistaat Sachsen Zuweisungen für Ganztagsangebote. Damit nutzen 96,6 % der Schulen die Fördermöglichkeit. Zusätzlich wird an ca. 240 weiterführenden Schulen das Betreiben eines Schulklubs gefördert.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Ganztagsangebote inhaltlich profiliert, schulartspezifisch ausdifferenziert und systematisch an Schulentwicklungsprozesse rückgebunden werden können. Ein zentrales Instrument hierfür ist der sächsische Qualitätsrahmen Ganztagsangebote, der als Orientierungsrahmen für schulinterne Qualitätsentwicklung, interne Evaluation und die Weiterentwicklung standortspezifischer Ganztagskonzeptionen dient. Er orientiert sich am Rahmenmodell schulischer Qualität in Sachsen und bündelt die vier Qualitätsbereiche Lehren und Lernen, Schulkultur, Kooperation sowie Management und Führung.
Innerhalb dieser Bereiche werden sechs Qualitätsmerkmale ausgewiesen: Gestaltung der Zeitstruktur, Freizeitangebote, Individuelle Förderung, Kooperation mit außerschulischen Partnern, Partizipation von Eltern und Schülern sowie Qualitätssicherung und -entwicklung.
Mit der Fokussierung des Qualitätsmerkmals Individuelle Förderung und des Qualitätskriteriums Organisation des Schulklubs knüpft das vorliegende Projekt an einen bereits etablierten fachlichen Referenzrahmen an, greift aber zugleich einen Bereich auf, in dem schulartspezifische Ausdifferenzierungen bislang nur punktuell vorliegen.
Quellen: Kultusministerkonferenz (KMK) (2026): Allgemeinbildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland. Statistik 2020 bis 2024. Berlin: Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland
Ziel
1) Weiterentwicklung des Qualitätsrahmens: Im Zentrum steht die schulartspezifische Weiterentwicklung des sächsischen Qualitätsrahmens Ganztagsangebote in den Bereichen Individuelle Förderung und Organisation des Schulklubs für die Sekundarstufe I. Diese beiden Bereiche sollen auf der Grundlage empirischer Befunde und fachlicher Reflexionen so ausdifferenziert werden, dass sie für weiterführende Schulen praxistauglich, anschlussfähig und sowohl standortübergreifend als auch standortspezifisch nutzbar sind.
2) Rekonstruktion von Erfahrungen, Praxisformen und Perspektiven: Zur Zielerreichung werden an sächsischen Schulstandorten unterschiedlicher Schularten, Trägerschaften und regionaler Lagen Praxisformen, strukturelle Voraussetzungen, Gelingensbedingungen sowie Entwicklungshemmnisse mittels Fokusgruppen rekonstruiert. Die Ergebnisse werden in Schulberichte, Good-Practice-Steckbriefe und ein differenziertes Kriterien- und Indikatorenset überführt.
3) Einbezug der Praxis und Praxistransfer: Durch die Validierung der Kriterien mit der Praxis ist das Projekt als strukturierter Kommunikations-, Reflexions- und Entwicklungsprozess zu verstehen. Der Qualitätsrahmen soll in enger Rückbindung an die Handlungsrealität sächsischer weiterführender Schulen, an die Perspektiven unterschiedlicher schulischer Akteursgruppen und an die Unterstützungs- und Transferlogiken des Landes weiterentwickelt werden.
4) Etablieren von Netzwerkformaten: Ergänzend sollen regionale Schulnetzwerke bzw. Qualitätszirkel den praxisnahen Transfer der Ergebnisse unterstützen und Formate für kollegialen Austausch, gemeinsame Reflexion und Peer-to-Peer Learning eröffnen.
5) Prüfung des Mehrwerts für den Ganztag: Zu untersuchen ist, welchen spezifischen Beitrag Individuelle Förderung und Schulklubarbeit für die Qualität ganztägiger Angebote in der Sekundarstufe I leisten. Im Fokus stehen dabei ihre Bedeutung für rhythmisierte Tagesstrukturen, Lernentwicklung, Teilhabe, Selbstwirksamkeit, soziale Kompetenzen sowie für die Erfahrung von Schule als gestaltbarem Lern- und Lebensraum.
Forschungsdesign
Das Projekt folgt einem qualitativen Forschungsdesign. Im Zentrum stehen leitfadengestützte Fokusgruppen an 30 bis 40 weiterführenden Schulen in Sachsen. Einbezogen werden unterschiedliche Schularten, Trägerschaften, regionale Lagen sowie Entwicklungsstände in den bereichen Individuelle Förderung und Schulklub. Zugleich werden alle relevanten Akteursgruppen einbezogen, darunter Schulleitungen, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Koordinator:innen, Sozialarbeitende, Kinder und Jugendliche, Eltern, etc. Fokusgruppen sind ein etabliertes Verfahren zur Rekonstruktion von unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven. Die Auswertung der Fokusgruppen erfolgt qualitativ-inhaltsanalytisch und verbindet fallbezogene Analysen mit fallübergreifender Verdichtung. Ziel ist die Ergebnisaufbereitung in Form von überarbeiteten Indikatoren und Kriterien, Good-Practice-Beispielen, Schulberichten und einem Konzept zum Praxistransfer.
Team
Projektleitung:
Dr. Petra Schneider Tel.: +49 (0)351-469 02-435 E-Mail: petra.schneider@ehs-dresden.de
Projektmitarbieter:innen:
Lea Krusche Tel.: +49 351 46902-455 E-Mail: Lea.Krusche@ehs-dresden.de
Viktoria Wiesner Tel.: +49 351 46902-453 E-Mail: Viktoria.Wiesner@ehs-dresden.de
Mathias Duderstadt Tel.: +49 351 46902-430 E-Mail: Mathias.Duderstadt@ehs-dresden.de
Stephanie Schönfeld Tel.: +49 351 46902-432 E-Mail: Stephanie.Schoenfeld@ehs-dresden.de
Kooperationspartner
weiterführende Schulen in Sachsen
Kontakt
E-Mail: Projekt.QualiGTA
ehs-dresden.de
Auftraggeber
Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB), Abteilung 3; Makarenkostraße 2, 08066 Zwickau
