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GeriPAIN

Schmerzmanagement bei GERiatrischen PAtIeNt:innen - Entwicklung einer interprofessionellen und intersektoralen S3-Leitlinie

Laufzeit: 10/2022-03/2025


 

Kurzbeschreibung

Zielsetzung des Vorhabens ist die Verbesserung des interprofessionellen und settingübergreifenden Schmerzassessments sowie der medikamentösen und nicht-medikamentösen Schmerztherapie bei älteren geriatrischen Patient:innen durch die Entwicklung einer S3-Leitlinie gemäß AWMF-Regelwerk sowie der Entwicklung von Qualitätsindikatoren sowie einer Patient:innenleitlinie.
Das Vorhaben ist im AWMF-Leitlinienregister unter der Registernummer 145 - 005 verzeichnet.

Ausgangslage

Im Jahre 2019 stellten Menschen im Alter von mindestens 65 Jahren ca. 22 % der Bevölkerung, 2,4 Millionen waren älter als 85 Jahre. Besondere Herausforderungen dieser Lebensphase stellen in gesundheitlicher Hinsicht Multimorbidität und Polypharmazie dar. Zum geriatrietypische Merkmalskomplex (GtMK) gehören u. a. Immobilität, Sturzneigung/Schwindel, Kognitive Defizite, Dekubitus, herabgesetzte Belastbarkeit, erhöhtes Komplikationsrisiko und verzögerte Rekonvaleszenz sowie akuter oder chronischer Schmerz, wobei Schmerzen zu den häufigsten geriatrietypischen Symptomen gehören dürften. Schmerzen sind dabei auch Prädiktoren für die Entwicklung von Frailty (Gebrechlichkeit) und damit erhöhter Krankenhauseinweisungen, Pflegebedürftigkeit und Mortalität.
Der Schmerzerkennung, -einschätzung und Therapie kommt damit eine wichtige Bedeutung zu. Sie muss gleichzeitig auf die Herausforderungen von Multimorbidität und Polypharmazie abgestimmt sein und die Lebensphase Alter, mit oft bestehenden Funktionseinbußen sowie Pflegebedürftigkeit, berücksichtigen. Arzneimittelwechselwirkungen und altersbedingte metabolische Veränderungen bedürfen einer angepassten analgetischen Therapie und Funktionseinbußen beeinflussen die Möglichkeit zur Durchführung nicht-medikamentöser Therapien. Kognitive und sensorische Defizite erschweren das Schmerzassessment und Pflegebedürftigkeit führt dazu, dass pflegende Angehörige sowie ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen in das Schmerzmanagement einbezogen werden müssen. Das Management von Schmerzen bspw. beim Assessment von alten Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen zeigt immer noch Defizite, es besteht Bedarf an evidenzbasierten Befunden zum Schmerzmanagement bei Menschen mit geriatrietypischen Merkmalskomplexen (GtMK).

Ziel

Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung einer Leitlinie, die das gesamte interprofessionelle Schmerzmanagement für alle geriatrischen Patienten in allen wesentlichen Settings abdeckt. Es greift dabei die bestehenden S3-Leitlinie „Schmerzassessment in der vollstationären Altenhilfe“ (AWMF-Register-Nr. 145-001) auf und transformiert sie zu einer neuen Leitlinie. Abgedeckt werden sollen das Assessment und die Diagnosestellung sowie die medikamentöse und nicht-medikamentösen Therapie in dieser vulnerablen Patient:innengruppe und insbesondere Auswirkungen auf das Schmerzmanagement durch altersbedingte Besonderheiten, aber auch häufige Komorbiditäten (z.B. Demenz) sowie die geriatrietypische Multimorbidität und Frailty (Gebrechlichkeit) fokussieren. Ergänzend werden Qualitätsindikatoren sowie eine Patient:innenversion der Leitlinie erarbeitet.

Forschungsdesign

Das Vorgehen folgt dem AWMF-Regelwerk und umfasst insbesondere die folgenden Schritte:
- Systematische Review von Quellleitlinien, Übersichtsarbeiten und Primärliteratur mit strukturierter Qualitätsbewertung und Datenextraktion
- Evidenzsynthese in Form einer Leitliniensynopse und Evidenztabellen
- Formulierung von Empfehlungen unter Nutzung der GRADE-Systematik
- Öffentliche Konsultation des Leitlinienentwurfs
- Strukturierte Konsensfindung mittels nominalem Gruppenprozess
- parallele Entwicklung von Qualitätsindikatoren
- Entwicklung einer Patient:innenversion unter wesentlicher Beteiligung von Patient:innenvertreter:innen.

Projektleitung

Projektleitung:
Prof. Dr. Thomas Fischer, MPH
Tel.: +49 351 / 46902-377
E-Mail: Thomas Fischer@ehs-dresden.de

 

Projektmitarbeiterin:
Melina Hendlmeier, MSc, BSc
Tel.: + 49 30 / 39409689 26
E-Mail: Hendlmeier@schmerzgesellschaft.de

Kooperationspartner

Konsortialführung:
Deutsche Schmerzgesellschaft e. V.

Konsortialpartner:
Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V.,
Unabhängige Vereinigung aktiver Schmerzpatienten in Deutschland SchmerzLOS e. V.

Finanzierung

Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss, Förderkennzeichen 01VSF22017