Startseite
Startseite

"Inklusion vor Ort" Dresden

Wissenschaftliche Beratung des Projekts  "Inklusion vor Ort" Dresden
Laufzeit: 07/2025–12/2027

 


Rückblick

Fachtag „Inklusion im Sozialraum: Netzwerke entdecken, erfahren, erforschen“ im Stadtforum Dresden

Am 2. Juni 2026 fand im Stadtforum Dresden der Fachtag „Inklusion im Sozialraum: Netzwerke entdecken, erfahren, erforschen“ statt. Vertreter:innen aus Wissenschaft, Ehrenamt, Verwaltung und Praxis sowie Betroffene kamen zusammen, um sich darüber auszutauschen, wie Inklusion im Sozialraum – in den Stadtteilen, Quartieren und Vierteln vor Ort – gelingen kann.

 

Das Grußwort hielt Dr. Kathleen Neher, Geschäftsführerin des Zentrums für Forschung, Weiterbildung und Beratung an der ehs Dresden gGmbH, die daran erinnerte, dass jede Person im Stadtteil ganz unterschiedliche „Landkarten“ im Kopf hat und neue Einwohner:innen auf Netzwerke angewiesen sind, damit aus dem noch undurchsichtigen Stadtplan im Kopf eine ganz eigene Landkarte der Lieblingsorte wird.

 

Nach der Eröffnung und dem Grußwort führten Dr. Matthias Müller, Professor für Theorien und Geschichte der Sozialen Arbeit an der ehs und Dr. Ulf Liedke, bis 2025 Professor für Ethik und Diakoniewissenschaft an der ehs, mit zwei wissenschaftlichen Inputs in das Thema ein. Matthias Müller erklärte die Bedeutung von Netzwerken, Ulf Liedke stellte verschiedene wissenschaftliche Methoden vor, mit denen man Inklusion vor Ort erforschen kann.

 

Anschließend arbeiteten die Teilnehmenden in verschiedenen Arbeitsgruppen zu den Schwerpunkten „Netzwerke entdecken“, „Netzwerke erfahren“ und „Netzwerke erforschen“. Dabei wurden wissenschaftliche Perspektiven diskutiert, Erfahrungen aus dem Neustad(t)raum – einer Initiative aus der Dresdner Neustadt, die sich seit 2017 für Inklusion im Stadtteil einsetzt – geteilt und praxisnahe Methoden zur Analyse von Netzwerken vorgestellt.

 

In der Abschlussrunde wurden die Ergebnisse zusammengetragen. Die Teilnehmenden betonten, wie wichtig es ist, füreinander Netzwerkarbeit zu betreiben, miteinander zu reden und ins Gespräch zu kommen. Ebenso sei es wichtig gewesen, dass auch „Betroffene“ eingeladen und dabei waren. Das Wichtigste sei jedoch, aus diesen Kreisen heraus in die Stadtgesellschaft zu gehen und dort zu handeln. Eine Teilnehmerin brachte zum Ausdruck, wie wichtig Vertrauen und das Aufeinanderzugehen und die Freude am gemeinsamen Arbeiten sei, es brauche Menschen, die Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig sei es für Initiativen wesentlich, sichtbar zu sein, um neue Mitstreiter:innen zu finden. Und für das Gelingen von Inklusion und der gemeinsamen Arbeit dafür sei es zentral, Gemeinsamkeiten dort zu finden, wo man erstmal keine sieht.

 

„Inklusion“ war aber nicht nur Thema, sondern auch Anspruch des Fachtages, denn schon in der Begrüßung wurde darauf hingewiesen, dass versucht wird, in einfacher Sprache miteinander zu kommunizieren. Auch ein Awareness Team des Awareness Kollektiv Dresden, das diskriminierendes Verhalten sowie Ausgrenzungen verhindern soll, und die beiden Gebärdensprachedolmetscherinnen Saskia Fuchs und Nele Spangenberg waren vor Ort. Dadurch wurde der Fachtag selbst schon ein Ort des Lernens – für alle Seiten. Denn viel zu oft orientieren wir uns an den Maßstäben der Mehrheit, bei Vorträgen, Veranstaltungsorganisation, Raum oder auch Essensgestaltung. Das hier explizit NICHT zu tun, war eine Herausforderung, die in großem Maße bewältigt wurde, bei einzelnen Dingen aber auch nicht. Inklusion ist – das hat die Veranstaltung gezeigt und auf schöne Art bewiesen – ein gemeinsamer Weg der Veränderung und des Wachsens. Dass sie im neuen Stadtforum stattfinden konnten, mit Blick auf die Innenstadt, den Rathausturm und den Großen Garten, stimmt optimistisch, dass das Thema auch in und von der Stadt Dresden mitgetragen und als gemeinsame Aufgabe begriffen wird.

 

Der Fachtag wurde vom Team des ehs Zentrums organisiert., welches das Projekt „Inklusion vor Ort in Dresden“ wissenschaftlich begleitet. 

 

Das Programm finden Sie hier: Programm-Flyer Fachtag

 

Fotos: Jannis Alden Foster

Kurzbeschreibung

Mit der UN-Behindertenrechtskonvention verbindet sich das Ziel der Förderung von Menschenrechten von Menschen mit Behinderung. Die Prinzipien der Selbstbestimmung und Teilhabe an der Gesellschaft lassen den Blick auf Sozialräume und kommunale Inklusionsstrategien richten. In diesem Sinne verfolgt das wissenschaftlich zu begleitende Projekt „Inklusion vor Ort“ der Landeshauptstadt Dresden das Ziel, weitere inklusive Prozesse zu initiieren. Es wird getragen von der Stadt AG – Aktives Netzwerk für ein inklusives Dresden e. V. sowie dem Büro der Beauftragten für Menschen mit Behinderungen.

Ausgangslage

Das Sächsische Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (SMS) und die Sozialorganisation Aktion Mensch haben am 31. August 2023 eine Kooperationsvereinbarung zur Förderung inklusiver Sozialräume in Sachsen unterzeichnet. Dafür werden in den Jahren 2024 bis 2029 Mittel in Höhe von insgesamt 5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mit den Geldern der Tandemförderung sollen barrierefreie, partizipative und inklusive Sozialräume zur Stärkung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in bis zu fünf Modellkommunen entstehen.

Eines der ausgewählten Vorhaben ist das Projekt "Inklusion vor Ort" der Landeshauptstadt Dresden und der Stadt AG - Aktives Netzwerk für ein inklusives Leben in Dresden e. V.

Das ehs Zentrum begleitet wissenschaftlich die partizipative Entwicklung inklusiver Stadtteilnetzwerke in Dresden. Im Zentrum stehen die Übertragbarkeit und nachhaltige Etablierung erfolgreicher Graswurzelinitiativen. Das Projekt *Neustad(t)raum* dient dabei als Best-Practice-Modell.

Links: 

www.behindern.verhindern.sachsen.de/inklusion-vor-ort-6027.html


www.aktion-mensch.de/kommune-inklusiv/foerderprogramm/sachsen

Ziel

Ein zentrales Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer stärkenden Partnerschaft, indem Netzwerk-Partner:innen und Forschende gleichberechtigt an der Entwicklung inklusiver Stadtteilnetzwerke arbeiten. Die wissenschaftliche Begleitung wird daher als partizipative Forschung gestaltet.

Forschungsdesign

Als Best Practice-Modell und Grundlage für die inklusive und partizipative Entwicklung von zwei Stadtteilnetzwerken dient das Projekt Neustadt(t)raum, welches als Graswurzelinitiative mit großer Wirkung und weitem Inklusionsverständnis im Stadtteil Neustadt aktiv ist. Wir gehen unter anderem der Frage nach, wie sich dieses Best Practice-Modell in andere Stadträume übertragen und auf lange Sicht erhalten lässt. 
Methoden: Partizipative Ansätze der Begleitforschung
• Community-basierte partizipative Forschung 
• Organisationsforschung/partizipative Evaluationsforschung
• Prozessbegleitung (gemeinsamer Lern- und Entwicklungsprozess in Hinblick auf Modell-Transfer)

Veröffentlichungen

"Forschung zu Frühstück": "Wissenschaftler:innen zeigen den Ehrenamtlichen in ihrer Stadtteilinitiative, wie Inklusion funktioniert!" - Stimmt's?

In unserer Reihe Social Media Reihe "Forschung zum Frühstück" ist am 9. Januar 2026 unsere Folge zum Projekt Wissenschaftliche Beratung des Projekts 'Inklusion vor Ort' Dresden" erschienen, mit der wir Sie zugleich zur Ringvorlesung Soziale Arbeit am 13. Januar 2026 einladen. Das Projektteam aus Prof. Dr. Matthias Mueller, Ken Mertens und Prof. em. Dr. Ulf Liedke halten einen Vortrag zu "Inklusion im Sozialraum".

Schauen Sie rein:

Team

Projektleitung:

Prof. Dr. Matthias Müller
Tel.: +49 351 46902-363
E-Mail: Matthias.Mueller@ehs-dresden.de

 

Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Ken Mertens

E-Mail: Ken.Mertens@ehs-dresden.de

 

Beratende Mitarbeit: Prof. em. Dr. Ulf Liedke
 

Kooperationspartner

Kooperationspartner: Landeshauptstadt Dresden 

Praxispartner: Expert:innen des Neustad(t)raums und anderer zivilgesellschaftlicher Initiativen

Finanzierung

Die wissenschaftliche Beratung wird finanziert durch die Landeshauptstadt Dresden, vertreten durch den Oberbürgermeister Dirk Hilbert.