EmReg - "Paare reden"
Regulation von Emotionen im Kontext von Partnerschaften. Eine multimethodale Untersuchung interpersonaler Emotionsregulation im Erwachsenenalter
Laufzeit: 11/2020-09/2026
Kurzbeschreibung
Wir untersuchen, welchen Einfluss das Erleben und die Regulation von Emotionen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden beider Partner hat. Dabei kombinieren wir Beobachtungen im Labor mit Befragungen im Alltag.
Aktuelles
Juni 2026: Nehmen Sie an einer Tagebuch-Studie zum Umgang mit Gefühlen im Alltag teil!
In unserer Studie interessieren wir uns dafür, wie Menschen in ihrem Alltag mit Gefühlen umgehen und welche Rolle dabei Andere, zum Beispiel Partner/Partnerinnen oder Freunde/Freundinnen, spielen.
Die Studie besteht aus zwei Teilen: Im ersten Teil bearbeiten Sie zunächst einen Eingangsfragebogen, in dem wir Ihnen Fragen zu Ihrer Person, Ihren Einstellungen und Ihrer Lebenssituation stellen. Im zweiten Teil werden Sie über den Verlauf von zwei Wochen jeweils am Abend kontaktiert und füllen jeweils einen Fragebogen zu Ihrem Tag aus.
Die Dauer der Bearbeitungszeit kann von Person zu Person sehr unterschiedlich sein, im Durchschnitt dauert die Beantwortung des Eingangsfragebogens etwa 60 Minuten. Die Fragebögen zu Ihrem Tag werden etwa eine viertel Stunde beanspruchen. Für die Alltagserhebung ist es für uns wichtig, dass Sie möglichst viele Fragebögen beantworten werden, um wirklich Aussagen über den Zusammenhang von Erleben, Gesundheit und Wohlbefinden machen zu können.
Hier finden Sie alle Informationen zur Teilnahme an der Studie. Die Teilnahme an der Befragung ist bis Mitte September 2026 möglich.
Hier kommen Sie zum Fragebogen.
Kontakt
Studientelefon 0351 – 463 42464 oder 0351 46902-395
Erreichbarkeit Montag–Donnerstag von 9:00 bis 15:00 Uhr – Wir rufen Sie natürlich auch zurück!
E-Mailadresse: PaareReden
tu-dresden.de
Ausgangslage
Über die gesamte Lebensspanne ist das Erleben und die Regulation von Emotionen zentral für unsere Zufriedenheit in Partnerschaften, welche ihrerseits entscheidend für Wohlbefinden und Gesundheit beider Partner:innen sind (Hoppmann & Gerstorf, 2009). Generell wird zwischen intrapersonaler (i.e., wie Personen ihre eigenen Emotionen regulieren) und interpersonaler Emotionsregulation (i.e., wie Personen die Emotionen ihres Partners regulieren) unterschieden (Gross, 2014). Bislang untersucht der Großteil der bisherigen Forschung, wie einzelne Personen mit ihren Emotionen umgehen, nicht aber, welche Rolle soziale Kontexte spielen (Levenson et al., 2014).
Theorien der Lebensspanne wie die Sozioemotionale Selektivitätstheorie (Carstensen, 2006) postulieren für das höhere Erwachsenenalter Gewinne im emotionalen Erleben und der Emotionsregulation, welche in empirischen Studien zur intrapersonalen Emotionsregulation Bestätigung fanden (Luong et al., 20011). Gleichzeitig relativieren Befunde das positive Bild, die auf die stärkere Kontextgebundenheit und die Rolle von mit dem Alter schwindenden Ressourcen verweisen (Urry & Gross, 2010). Aufgrund des Fokus auf die intrapersonale Emotionsregulation einerseits sowie die Dominanz individueller Zugänge andererseits ist bislang wenig darüber bekannt,
(1) ob es Altersunterschiede in der Prävalenz interpersonaler Emotionsregulation gibt,
(2) welche Quellen und Korrelate der interpersonalen Emotionsregulation im jüngeren und höheren Erwachsenenalter vorliegen,
(3) ob sich in Einklang mit theoretischen Überlegungen tatsächlich Altersunterschiede im Erfolg interpersonaler Emotionsregulation zeigen und
(4) wie diese etwaigen Unterschiede mittel- und längerfristig mit individuellen (z.B. Wohlbefinden, Gesundheit, Beziehungszufriedenheit) und dyadischen Charakteristika (z.B. Beziehungsqualität und –stabilität) zusammenhängen.
Ziel
Diese Fragen wollen wir mithilfe eines multi-methodalen Zugangs beantworten. Durch die Kombination alltagsnaher Experience-Sampling-Methoden mit kontrollierten experimentellen Laborsitzungen, der systematischen Erfassung emotionsregulativer Bemühungen auf verschiedenen Reaktionsebenen (i.e., subjektives Erleben, mimisches und verbales Verhalten, physiologische Reaktivität) und potentieller Bedingungsmechanismen, sowie der Verknüpfung subjektiver und objektiver Erfolgsindikatoren über verschiedene Zeiträume wollen wir ein umfassendes Verständnis von interpersonaler Emotionsregulation im Erwachsenenalter sowie deren Bedeutung für die Gesundheit und das Wohlbefinden jüngerer und älterer Paare herausarbeiten. Darüber hinaus liefern fundierte Kenntnisse über Altersunterschiede in der Häufigkeit, dem Erfolg und der Funktionalität emotionsregulativer Bemühungen wertvolle Impulse, wie Ressourcen des partnerschaftlichen Kontexts genutzt werden können, um erfolgreiche Altersprozesse zu unterstützen (Urry & Gross, 2010).
Veröffentlichungen
Der Forschungspodcast der ehs "Menschen.Forschen" stellte in seiner Folge "Paare reden. Emotionsregulation im Kontext von Partnerschaften“ von Mai 2024 das Projekt "EmReg" vor.
Projektleitung
Prof. Dr. Margund Rohr, Professorin für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie
Tel.: +49 351 46902-395
E-Mail: Margund.Rohr
ehs-dresden.de
Kooperationspartner
Professor Dr. Philipp Kanske, Professor für Klinische Psychologie und Behaviorale Neurowissenschaft an der Technischen Universität Dresden
