Nachwuchsforschungsgruppe MILE
Multimodal Immersive Learning Environments for Healthcare Education
Laufzeit: 11/2025-10/2028
Kurzbeschreibung
Entwicklung hybrider Lernumgebungen, die nicht nur digitale Inhalte immersiv und praxisnah darstellen, sondern auch die zwischenmenschliche Interaktion und soziale Dynamik simulieren.
Aktuelles
"Potentiale, Personas und partizipative Prozesse – das Simulationslabor von morgen" - MILE präsentiert aktuelle Ergebnisse bei den Lernwelten 2026
Saskia Junge hat bei den Lernwelten 2026 in Dresden aktuelle Ergebnisse der Nachwuchsforschendengruppe MILE präsentiert.
In ihrem Beitrag gab sie Einblicke in den interdisziplinären Forschungsprozess der Nachwuchsforschendengruppe und stellte erste Perspektiven auf die zukünftige Gestaltung technologiegestützter Simulationslehre vor.
Die Anforderungen an den Pflegeberuf verändern sich – und damit auch die Anforderungen an die Hochschullehre. Neue Aufgaben und die zunehmende Übernahme heilkundlicher Tätigkeiten erfordern Kompetenzen, die in der Ausbildung gezielt und praxisnah vermittelt werden müssen. Das Simulationslabor (SimLab) der ehs bietet dafür einen besonderen Lernort. Studierende können dort berufliche Handlungssituationen in einer geschützten, realitätsnahen Umgebung erleben und bearbeiten.
In ihrem Beitrag zeigte Saskia Junge, wie unterschiedliche Perspektiven auf das Simulationslabor mithilfe partizipativer Forschungsmethoden zusammengeführt werden. Dazu gehören unter anderem Methoden der Design Research, Interviews und teilnehmende Beobachtungen. Die Erfahrungen und Bedürfnisse derjenigen, die im SimLab lernen und lehren, bilden eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der Lernumgebung.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Gestaltung authentischer und vielfältiger Handlungssituationen. Ansätze aus der Biografieforschung helfen dabei, unterschiedliche Lebensrealitäten in die Simulation einzubeziehen. Gleichzeitig eröffnet der Einsatz neuer Technologien zusätzliche Möglichkeiten für die Gestaltung von Lernszenarien – von neuen Simulationsformaten bis hin zur Echtzeitkommunikation mit KI-basierten Patient:innenpersonas.
Dabei verfolgt MILE einen ganzheitlichen Ansatz: Nicht die Technologie allein steht im Mittelpunkt, sondern ihr Zusammenspiel mit Didaktik, Lernumgebung und den Bedürfnissen der Studierenden. Der partizipative Forschungsprozess soll zudem dazu beitragen, etablierte Rollenverteilungen aufzubrechen und Studierende stärker in die Gestaltung ihrer Lernumgebung einzubeziehen.
Die Präsentation von Saskia Junge bei Lernwelten 2026 machte damit sichtbar, wie das Projekt MILE den Lernort Simulationslabor aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven betrachtet – und welche Möglichkeiten sich daraus für eine zukunftsorientierte, immersive und selbstbestimmte Pflegelehre ergeben.
Forschung zum Frühstück: "Probieren geht über Studieren - richtig pflegen kann man nur in der Praxis lernen, oder?"
In unserer Social Media-Reihe "Forschung zum Frühstück" ist am 24.06.26 eine Folge zum Projekt MILE erschienen.
Am 26.06.26 stellte MILE seine Arbeit bei der Langen Nacht der Wissenschaften an der ehs vor.
Rückblick
Auftakttreffen der Nachwuchsforschungsgruppe am 14./15.01.2026 in ehs und HTW
Am 14.01.2026 traf sich das Team von Mile zu seinem zweitägigen Auftakttreffen in der ehs. Beim Treffen ging es darum, die ersten Arbeitspakete zu verteilen, Aufgaben zu besprechen und Meilensteine zu planen.
Was macht das Projekt für die ehs so spannend?
Mit unseren drei Pflegestudiengängen und dem Simulationslabor für die Pflege sind wir ganz vorn dabei, wenn es um moderne Lehr- und Lernmethoden geht.
Die Nachwuchsforschungsgruppe wird am Beispiel des Pflegestudiums hybride Lernumgebungen entwickeln, die nicht nur digitale Inhalte immersiv und praxisnah darstellen, sondern auch die zwischenmenschliche Interaktion und soziale Dynamik simulieren.
Damit verbindet MILE die Stärken digitaler Technologien (MR und KI) mit den Vorteilen analoger Ansätze und gleichzeitig die beiden Hochschulen ehs und HTW Dresden.
Wir sind gespannt auf die Ergebnisse!
Gruppenbild, Teilnehmende von links nach rechts: Katharina Bellinger, Manuel Oventrop-Gibson, Prof. Joanna Dauner, Prof. Dr. Georg Freitag, Jimmy Orawetz, Prof. Dr. Nina Weimann-Sandig, Saskia Junge, Severin Göbel-Groß, Lilly Bernhardt, Prof. Dr. Thomas Fischer
Ausgangslage
Bei der Qualifizierung der Heilberufe (wie Medizin, Pflege, oder Rettungsdienst etc.) stehen Auszubildende und Studierende vor der anspruchsvollen Aufgabe, nicht nur Fachwissen und fachbezogene Handlungskompetenz, sondern auch komplexe soziale und kommunikative Kompetenzen zu erwerben. Sie müssen sich auf verschiedene Altersgruppen, Kulturen, Krankheitsbilder und psychosoziale Hintergründe einstellen. Der Umgang mit einer älteren, dementen Patientin erfordert beispielsweise andere Kommunikations- und Handlungskompetenzen als die Versorgung eines Kindes mit Angst vor einer medizinischen Behandlung oder die Betreuung eines schwerkranken Patienten mit Sprachbarrieren.
Um den Umgang mit diesen Herausforderungen zu lernen, hat der dritte Lernort, das Simulationslabor (neben der Hochschule als erstem Lernort und Praxiseinsätzen als zweitem Lernort insbesondere), eine große Bedeutung. Das Simulationslabor ermöglicht in einer sicheren Umgebung das Einüben von technischen Fertigkeiten und die Entwicklung sozialer und kommunikativer Kompetenzen unter Anleitung erfahrener Lehrpersonen. In traditionellen Simulationslaboren kommen neben menschlichen Akteuren, die zum Beispiel behandelnde Personen darstellen, auch technische Mannequins und virtuelle Personen zum Einsatz.
Ziel
Mit dem zusätzlichen Einsatz von Digitalen Technologien wie Mixed Reality (MR) und Künstliche Intelligenz (KI) wird die Realitätsnähe dieser Methoden gesteigert, da die Vielfalt realer, sozialer Situationen authentischer dargestellt werden kann.
Im Rahmen der Nachwuchsforschungsgruppe MILE sollen am Beispiel des Pflegestudiums hybride Lernumgebungen entwickelt werden, die nicht nur digitale Inhalte immersiv und praxisnah darstellen, sondern auch die zwischenmenschliche Interaktion und soziale Dynamik simulieren.
Damit werden die Stärken digitaler Technologien (MR und KI) mit den Vorteilen analoger Ansätze verbunden und die Wissensvermittlung in den Heilberufen nachhaltig verbessert.
Forschungsdesign
Einsatz von Mixed-Reality und KI-Technologie sowie enge Kooperation der Disziplinen Hochschuldidaktik, Information, Design und Pflegewissenschaft
Prä-Post-Vergleiche, qualitative Interviews und Performanzanalysen zur Evaluation und Bewertung der entwickelten Szenarien
Team
MILE ist eine von vier Professuren betreute Nachwuchsforschungsgruppe, die von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden koordiniert wird.
Projektleitung:
Prof. Dr. Georg Freitag, Professur für Implementierung von Benutzeroberflächen, Fakultät Informatik/Mathematik, Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
Prof. Joanna Dauner, Professur für Grundlagen der Gestaltung, Fakultät Design, Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
Prof. Dr. Thomas Fischer, Mentor ehs Dresden
Prof. Dr. Nina Weimann-Sandig, Mentorin ehs Dresden
Nachwuchsforschende:
Katharina Bellinger, Lilly Bernhardt, Severin Göbel-Groß, Saskia Junge, Jimmy Orawetz, Manuel Oventrop-Gibson
Kooperationspartner
assoziierte Partner:
Ministerium für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt
Hochschuldidaktisches Zentrum Sachsen
AWO Hoyerswerda
Konrad Zuse Berufsschulzentrum
Finanzierung
Freistaat Sachsen, ESF Plus Richtlinie 2021 – 2027 Hochschule und Forschung
