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Nachwuchsforschungsgruppe MILE

Multimodal Immersive Learning Environments for Healthcare Education
Laufzeit: 11/2025-10/2028

 


Kurzbeschreibung

Entwicklung hybrider Lernumgebungen, die nicht nur digitale Inhalte immersiv und praxisnah darstellen, sondern auch die zwischenmenschliche Interaktion und soziale Dynamik simulieren.

Rückblick

Nachwuchsforschungsgruppe auf der TURN26 in Weimar

Wie können Studierende zu aktiven Mitgestaltenden ihrer Lernräume werden?
Wann unterstützt Immersion das Lernen – und wann wird sie zur Überforderung?
Mit diesen Fragen war das Team des Projekts MILE bei der TURN26 in Weimar vertreten.

Die TURN ist eine bundesweite Tagungsreihe zum Lehren und Lernen an Hochschulen. Die TURN26 fand am 24. und 25. September 2026 an der Bauhaus-Universität Weimar unter dem Motto „Experiential TURN – Erfahrungsräume für zukunftsfähiges Lernen“ statt.

Zwei Beiträge aus dem MILE-Team

Severin Göbel-Groß und Katharina Bellinger stellten in einem Vortrag Erfahrungen aus einem Workshop zur Neugestaltung des Werkstofftechniklabors der HTW Dresden vor. Gemeinsam mit Studierenden wurde mithilfe von Participatory Mapping erprobt, wie Studierende als Expert:innen ihrer eigenen Lernräume in deren Gestaltung einbezogen werden können. Im Fokus des Beitrags standen insbesondere die Erfahrungen aus der Planung und Durchführung des Workshops sowie die Frage, was bei einer nächsten Umsetzung verändert werden könnte.

Prof. Nina Weimann-Sandig und Saskia Junge widmeten sich in einem Praxisdiskurs den didaktischen Herausforderungen hybrider Simulationslabore. Anhand eines Szenarios aus dem SimLab und erster Erhebungsdaten diskutierten sie mit dem Publikum unter anderem, wie viel Komplexität Lernende bewältigen können, welche Unterstützung und welches Feedback hilfreich sind und wie ein gutes Debriefing zur nachhaltigen Kompetenzentwicklung beitragen kann.

Auch abseits der eigenen Beiträge stand der Austausch im Zeichen der Partizipation: Nina Weimann-Sandig beteiligte sich an einer Live-Podcast-Aufnahme mit offenem Mikrofon. Severin Göbel-Groß nutzte ebenfalls die Gelegenheit, Erfahrungen mit der partizipativen Einbindung von Studierenden in die Lehre zu teilen.

Die TURN26 bot dem MILE-Team damit vielfältige Möglichkeiten, eigene Erfahrungen einzubringen, neue Perspektiven kennenzulernen und Impulse für die weitere Projektarbeit mitzunehmen.

"Potentiale, Personas und partizipative Prozesse – das Simulationslabor von morgen" - MILE präsentiert aktuelle Ergebnisse bei den Lernwelten 2026

Saskia Junge hat bei den Lernwelten 2026 am 14. & 15. September in Dresden aktuelle Ergebnisse der Nachwuchsforschendengruppe MILE präsentiert. 

In ihrem Beitrag gab sie Einblicke in den interdisziplinären Forschungsprozess der Nachwuchsforschendengruppe und stellte erste Perspektiven auf die zukünftige Gestaltung technologiegestützter Simulationslehre vor.

Die Anforderungen an den Pflegeberuf verändern sich – und damit auch die Anforderungen an die Hochschullehre. Neue Aufgaben und die zunehmende Übernahme heilkundlicher Tätigkeiten erfordern Kompetenzen, die in der Ausbildung gezielt und praxisnah vermittelt werden müssen. Das Simulationslabor (SimLab) der ehs bietet dafür einen besonderen Lernort. Studierende können dort berufliche Handlungssituationen in einer geschützten, realitätsnahen Umgebung erleben und bearbeiten.

In ihrem Beitrag zeigte Saskia Junge, wie unterschiedliche Perspektiven auf das Simulationslabor mithilfe partizipativer Forschungsmethoden zusammengeführt werden. Dazu gehören unter anderem Methoden der Design Research, Interviews und teilnehmende Beobachtungen. Die Erfahrungen und Bedürfnisse derjenigen, die im SimLab lernen und lehren, bilden eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der Lernumgebung.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Gestaltung authentischer und vielfältiger Handlungssituationen. Ansätze aus der Biografieforschung helfen dabei, unterschiedliche Lebensrealitäten in die Simulation einzubeziehen. Gleichzeitig eröffnet der Einsatz neuer Technologien zusätzliche Möglichkeiten für die Gestaltung von Lernszenarien – von neuen Simulationsformaten bis hin zur Echtzeitkommunikation mit KI-basierten Patient:innenpersonas.

Dabei verfolgt MILE einen ganzheitlichen Ansatz: Nicht die Technologie allein steht im Mittelpunkt, sondern ihr Zusammenspiel mit Didaktik, Lernumgebung und den Bedürfnissen der Studierenden. Der partizipative Forschungsprozess soll zudem dazu beitragen, etablierte Rollenverteilungen aufzubrechen und Studierende stärker in die Gestaltung ihrer Lernumgebung einzubeziehen.

Die Präsentation von Saskia Junge bei Lernwelten 2026 machte damit sichtbar, wie das Projekt MILE den Lernort Simulationslabor aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven betrachtet – und welche Möglichkeiten sich daraus für eine zukunftsorientierte, immersive und selbstbestimmte Pflegelehre ergeben.

Auftakttreffen der Nachwuchsforschungsgruppe am 14./15.01.2026 in ehs und HTW

Am 14.01.2026 traf sich das Team von Mile zu seinem zweitägigen Auftakttreffen in der ehs. Beim Treffen ging es darum, die ersten Arbeitspakete zu verteilen, Aufgaben zu besprechen und Meilensteine zu planen.

Was macht das Projekt für die ehs so spannend?

Mit unseren drei Pflegestudiengängen und dem Simulationslabor für die Pflege sind wir ganz vorn dabei, wenn es um moderne Lehr- und Lernmethoden geht.

Die Nachwuchsforschungsgruppe wird am Beispiel des Pflegestudiums hybride Lernumgebungen entwickeln, die nicht nur digitale Inhalte immersiv und praxisnah darstellen, sondern auch die zwischenmenschliche Interaktion und soziale Dynamik simulieren.

Damit verbindet MILE die Stärken digitaler Technologien (MR und KI) mit den Vorteilen analoger Ansätze und gleichzeitig die beiden Hochschulen ehs und HTW Dresden.

 

Wir sind gespannt auf die Ergebnisse!

Forschung zum Frühstück: "Probieren geht über Studieren - richtig pflegen kann man nur in der Praxis lernen, oder?"

In unserer Social Media-Reihe "Forschung zum Frühstück" ist am 24.06.26 eine Folge zum Projekt MILE erschienen.

Am 26.06.26 stellte MILE seine Arbeit bei der Langen Nacht der Wissenschaften an der ehs vor. 

Ausgangslage

Bei der Qualifizierung der Heilberufe (wie Medizin, Pflege, oder Rettungsdienst etc.) stehen Auszubildende und Studierende vor der anspruchsvollen Aufgabe, nicht nur Fachwissen und fachbezogene Handlungskompetenz, sondern auch komplexe soziale und kommunikative Kompetenzen zu erwerben. Sie müssen sich auf verschiedene Altersgruppen, Kulturen, Krankheitsbilder und psychosoziale Hintergründe einstellen. Der Umgang mit einer älteren, dementen Patientin erfordert beispielsweise andere Kommunikations- und Handlungskompetenzen als die Versorgung eines Kindes mit Angst vor einer medizinischen Behandlung oder die Betreuung eines schwerkranken Patienten mit Sprachbarrieren. 
Um den Umgang mit diesen Herausforderungen zu lernen, hat der dritte Lernort, das Simulationslabor (neben der Hochschule als erstem Lernort und Praxiseinsätzen als zweitem Lernort insbesondere), eine große Bedeutung. Das Simulationslabor ermöglicht in einer sicheren Umgebung das Einüben von technischen Fertigkeiten und die Entwicklung sozialer und kommunikativer Kompetenzen unter Anleitung erfahrener Lehrpersonen. In traditionellen Simulationslaboren kommen neben menschlichen Akteuren, die zum Beispiel behandelnde Personen darstellen, auch technische Mannequins und virtuelle Personen zum Einsatz. 

Ziel

Mit dem zusätzlichen Einsatz von Digitalen Technologien wie Mixed Reality (MR) und Künstliche Intelligenz (KI) wird die Realitätsnähe dieser Methoden gesteigert, da die Vielfalt realer, sozialer Situationen authentischer dargestellt werden kann. 

Im Rahmen der Nachwuchsforschungsgruppe MILE sollen am Beispiel des Pflegestudiums hybride Lernumgebungen entwickelt werden, die nicht nur digitale Inhalte immersiv und praxisnah darstellen, sondern auch die zwischenmenschliche Interaktion und soziale Dynamik simulieren.
Damit werden die Stärken digitaler Technologien (MR und KI) mit den Vorteilen analoger Ansätze verbunden und die Wissensvermittlung in den Heilberufen nachhaltig verbessert.

Forschungsdesign

Einsatz von Mixed-Reality und KI-Technologie sowie enge Kooperation der Disziplinen Hochschuldidaktik, Information, Design und Pflegewissenschaft
Prä-Post-Vergleiche, qualitative Interviews und Performanzanalysen zur Evaluation und Bewertung der entwickelten Szenarien

Team

MILE ist eine von vier Professuren betreute Nachwuchsforschungsgruppe, die von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden koordiniert wird. 

Projekt-Webseite HTW


Projektleitung:

Prof. Dr. Georg Freitag, Professur für Implementierung von Benutzeroberflächen, Fakultät Informatik/Mathematik, Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
Prof. Joanna Dauner, Professur für Grundlagen der Gestaltung, Fakultät Design, Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden

Prof. Dr. Thomas Fischer, Mentor ehs Dresden
Prof. Dr. Nina Weimann-Sandig, Mentorin ehs Dresden

 

Nachwuchsforschende: 

Katharina Bellinger, Lilly Bernhardt, Severin Göbel-Groß, Saskia Junge, Jimmy Orawetz, Manuel Oventrop-Gibson

Kooperationspartner

assoziierte Partner: 
Ministerium für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt
Hochschuldidaktisches Zentrum Sachsen
AWO Hoyerswerda
Konrad Zuse Berufsschulzentrum

Finanzierung

Freistaat Sachsen, ESF Plus Richtlinie 2021 – 2027 Hochschule und Forschung