"Versorgung aktiv mitgestalten und verändern können."
Marie-Christin Petrasch
Abschlussjahr:
2023
Studiengang:
Community Health Nursing / Advanced Nursing Practice (M.Sc. | berufsbegleitend)
heutige Position:
Community Health Nurse bei den DRK Kliniken Berlin Köpenick
Mein Weg zum Studium
Ich wusste bereits während meines Bachelorstudiums, dass ich gerne einen Master anschließen möchte. Wichtig war mir dabei, dass der Studiengang auch eine praktische Komponente beinhaltet. Pflegepädagogik und Management waren für mich keine Themen, die mich wirklich begeistern konnten. Damals wusste ich allerdings noch nichts über Advanced Nursing Practice oder Community Health Nurses. Den Studiengang entdeckte ich zufällig in der Zeitschrift „Die Schwester | Der Pfleger" und war bereits nach der ersten Informationsveranstaltung sehr begeistert. Diese fand damals, noch vor der Corona-Pandemie, in Präsenz statt. Anschließend entschied ich mich zunächst, in die Schweiz zu gehen. Dort lernte ich APN erstmals in der Versorgungspraxis kennen und wusste, dass genau das auch mein beruflicher Weg sein soll. Aufgrund der Corona-Pandemie kehrte ich schließlich nach Deutschland zurück und war mir sicher, dass ich gerne an der ehs studieren möchte. Besonders angesprochen haben mich die Module des Masterstudiums, da sie einen starken Praxisbezug aufweisen und das Studium berufsbegleitend absolviert werden kann. Zudem fand ich es sehr attraktiv, dass im Rahmen des Studiums verschiedene Zertifikate erworben werden können.
Prägende Momente während des Studiums
Ein einzelnes prägendes Ereignis gab es nicht. Besonders herausfordernd war für mich jedoch der Studienbeginn. Neben dem Umzug zurück nach Deutschland, einem neuen Arbeitsplatz und den anhaltenden Auswirkungen der Corona-Pandemie war bereits das erste Semester sehr anspruchsvoll. Vor allem das wissenschaftliche Arbeiten stellte für mich zunächst eine große Herausforderung dar, da ich damit im Bachelorstudium kaum Berührungspunkte hatte. Begriffe wie „Suchstring“ waren mir anfangs völlig fremd, und ich war zeitweise unsicher, ob ich das Studium bewältigen würde. Umso größer war am Ende des ersten Semesters die Erleichterung, alles bestanden zu haben. Besonders positiv in Erinnerung geblieben ist mir unsere Studiengangskohorte. Trotz unterschiedlicher Altersgruppen und vielfältiger pflegerischer Hintergründe entstand ein sehr guter Zusammenhalt. Die fachlichen Diskussionen waren stets fundiert und bereichernd. Auch wenn wir uns zunächst überwiegend über Zoom kennenlernten, unterstützten und bestärkten wir uns gegenseitig. Richtig zusammengewachsen sind wir schließlich im dritten Semester, als das Modul „Feststellung des Gesundheitszustandes (MAP 1)“ in Präsenz nachgeholt wurde. Die gemeinsamen Tage in Dresden, die Airbnbs und das Zusammensein vermittelten erstmals ein Stück „richtiges Studierendenleben“, das in der Pflege durch berufsbegleitendes Studieren und paralleles Arbeiten häufig zu kurz kommt.
Meine Arbeit heute
Ich arbeite bei den DRK Kliniken Berlin Köpenick als Community Health Nurse und baue dort das Pflege- und Präventionszentrum als pflegegeleiteten, sektorenübergreifenden Bereich auf. Besonders schätze ich die Abwechslung in meiner Arbeit sowie das Spektrum zwischen individueller, familiärer und populationsbezogener Versorgung. Diese Verbindung empfinde ich als ausgesprochen spannend. Darüber hinaus motiviert mich das Gefühl, Versorgung aktiv mitgestalten und verändern zu können. Gleichzeitig ist es mir wichtig, anderen Kolleginnen Mut zu machen, ebenfalls diesen Weg einzuschlagen. Ehrlicherweise hatte ich nach der Aufnahme von Community Health Nursing in den Koalitionsvertrag 2021 gehofft, dass wir fünf Jahre später bereits weiter wären. Diese Hoffnung hatten vermutlich viele von uns. In der Praxis ist es daher mitunter herausfordernd, als Community Health Nurse ohne klares Berufs- und Leistungsrecht zu arbeiten. Den fachlichen „Werkzeugkoffer“ mit vielfältigen Kompetenzen haben wir zwar erhalten, dürfen jedoch längst nicht alles davon umsetzen.
Mein Rat an heutige Studierende
Durchhalten und nicht aufgeben. Das klingt zunächst vielleicht doch wie eine Floskel, beschreibt es aber letztlich sehr treffend. Das erste Semester ist anspruchsvoll und kann sehr herausfordernd sein. Danach wird es jedoch deutlich besser. Außerdem kann ich nur empfehlen, unbedingt den Austausch mit Personen zu suchen, die das Studium bereits absolviert haben. Genau dafür haben wir die Fachgruppe gegründet. Der Austausch kann helfen, Unsicherheiten vor einzelnen Prüfungen abzubauen, wertvolle Tipps zu erhalten und Hinweise darauf zu bekommen, wo man zu bestimmten Themen gute und verlässliche Informationen findet. Das Studium hat mich fachlich und persönlich stark gefordert, mich zugleich aber auch enorm wachsen lassen. Wenn ich heute darauf zurückblicke, was sich seitdem beruflich für mich entwickelt hat und welche Türen sich durch das Studium geöffnet haben, bin ich einfach sehr dankbar für diese Chance und würde mich immer wieder für das Studium an der ehs entscheiden.
