"Die Verantwortung und der Gestaltungsspielraum erfüllen mich."
Felix Scheibe
Abschlussjahr:
2020 & 2023
Studiengang:
Sozialpädagogik, Schwerpunkt: Elementar- und Hortpädagogik (B.A.) &
Sozialmanagement (MBA | berufsbegleitend)
heutige Position:
Einrichtungsleiter Kinder- und Jugendhilfe
Mein Weg zum Studium
Nach der Schulzeit habe ich insgesamt zehn Jahre in der Gastronomie gearbeitet. An die Ausbildung zum Koch schlossen sich meine „Wanderjahre” an. Den nächsten Schritt, etwa die Weiterqualifizierung zum Küchenmeister, ging ich damals jedoch nicht. Zu einem heute nicht mehr genau bestimmbaren Zeitpunkt – vermutlich in den ersten Jahren nach meiner Tätigkeit als Koch – beschloss ich, künftig vorhandene Möglichkeiten zur Weiterentwicklung zu nutzen.
So suchte ich nach den ersten Jahren als Erzieher in einer Kita nach geeigneten Studien- bzw. Weiterbildungsangeboten. Dabei stieß ich relativ bald auf das Angebot der ehs.
Rückblickend war es das richtige Angebot zum richtigen Zeitpunkt (Vereinbarkeit, Freistellung, Erhalt von BAföG usw.). Es handelte sich um eine klare und bewusste Entscheidung. Dieser ging ein längerer Prüfprozess voraus. Meine Vorgesetzten unterstützten mich durch Austausch und Bestärkung. Meine Ziele waren die persönliche und fachliche Weiterentwicklung, die Befriedigung von Neugier und die Verbesserung des fachlichen Wissens, Handelns usw.
Für das MBA-Studium, welches ich zum nächstmöglichen Zeitpunkt nach dem Bachelorabschluss antrat, galt es vorrangig, das erworbene Wissen zu vertiefen.
Prägende Momente während des Studiums
Nach all den Jahren sind mir insbesondere zwei Veranstaltungen des Studium Generale in Erinnerung geblieben.
Es gab eine Auseinandersetzung mit J. A. Comenius inklusive einer Ausfahrt nach Prag. In diesem Rahmen wurde unter anderem das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung angesprochen. Dies war mein erster bewusster Kontakt mit dem Thema Nachhaltigkeit. Auch verfasste ich meine Bachelorarbeit zu Comenius und Frieden. Zusammengefasst: Insgesamt war das eine sehr wichtige Veranstaltung für mich.
Zudem nahm ich an einer mehrtägigen erlebnispädagogischen Veranstaltung zum Thema Angst, Selbstführung, Kooperation und Teambuilding im Elbsandsteingebirge teil. An diese denke ich von Zeit zu Zeit, sie wirkt auf vielfältige Art und Weise nach. Die Veranstaltung war sehr intensiv und hat mich teilweise herausgefordert.
Weiterhin möchte ich den inspirierenden Austausch mit und die Lehre durch die Studiengangsleitung hervorheben. Das lässt sich auch für einige andere Lehrende und den Austausch mit den Mitstudierenden sagen.
Im zweiten Studium möchte ich die Auseinandersetzung mit allen sozial- und betriebswirtschaftlichen Themen, insbesondere den personellen, und die damit verbundene Lehre hervorheben.
Zudem konnte ich mich mit „meinem” Thema, der Konfliktbehandlung, befassen. Dieses Thema begleitet mich weiterhin. Zu nennen ist natürlich auch die Abschlussarbeit. Die intensive Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit und Human Resources Management hat mein Denken grundsätzlich und mein Handeln als Einrichtungsleiter insbesondere geprägt.
Meine Arbeit heute
Seit 2025 leite ich ein Kinder- und Familienzentrum in Bremen und trage die Verantwortung für ca. 40 Mitarbeitende. Unser Tätigkeitsfeld ist die Kinder- und Jugendhilfe. Hinzu kommt insbesondere das Feld der Teilhabe und alles, was sonst noch anfällt.
Die guten Rahmenbedingungen (Tarifvertrag, Bildungsurlaub etc.) und die potenziell günstigen Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der Organisation machen den Arbeitsplatz auch längerfristig interessant.
Die Verantwortung und der Gestaltungsspielraum erfüllen mich. Das Team ist herausragend, ebenso wie die Zusammenarbeit im Leitungsteam. Für die Mitarbeitenden möchte ich einen bestmöglichen Rahmen zur Erbringung ihrer Arbeit absichern und diesen gemeinsam weiterentwickeln.
Mein Rat an heutige Studierende
Heute würde ich dem Selbststudium mehr Gewicht beimessen und den Austausch mit Kommiliton:innen und Lehrenden verstärkt suchen.
Vor jeder schriftlichen Aufgabe ist es unglaublich wichtig, einen konkreten Plan zu haben (Was will ich wissen? Was will ich am Ende der Aufgabe herausgefunden haben?). Hierzu die zehn wichtigsten Aufgaben eines Studenten, einer Studentin (frei nach einem Professor der ehs): lesen, lesen, lesen, lesen, lesen, Austausch/Diskussion, lesen, lesen, lesen und Austausch/Diskussion usw. usf.
Dazu passend: „Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er’s sagen kann.” (Karl Popper). Ein hilfreicher Gedanke.
Und ein Shoutout an alle Studierenden, die berufsbegleitend unterwegs sind und/ oder zur Hochschule pendeln.
