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"Für immer werden mir meine Kommiliton:innen in Erinnerung bleiben."

Lisa Zumpe

Abschlussjahr:

2025

 

Studiengang:

Soziale Arbeit (B.A. | berufsbegleitend)

 

heutige Position:

Sozialpädagogische Familienhelferin


Mein Weg zum Studium

Schon während meiner Ausbildung zur Erzieherin wurde mir klar, dass dieser Beruf mich auf Dauer nicht erfüllen wird. Während meiner Ausbildung absolvierte ich ein Praktikum in der offenen Kinder- und Jugendarbeit und wollte in diesem Bereich gern weiterarbeiten. Doch mein Abschluss ließ dies damals nicht zu, weshalb ich bereits 2015 den Entschluss fasste, Soziale Arbeit zu studieren. Im weiteren Verlauf merkte ich außerdem, dass viele Stellen nur zeitweise durch Erzieher:innen ersetzt werden können und vor allem in der Arbeit mit Jugendlichen Sozialpädagog:innen benötigt werden.

Für Chemnitzer:innen ist die Hochschule Mittweida eine der gängigen Hochschulen, um Soziale Arbeit zu studieren. Diese wollte mich jedoch 2020 (noch) nicht. Also schaute ich mich nach anderen geeigneten Hochschulen um. Dabei fiel mir die ehs ins Auge. Aufgrund des Wochenmodells, welches vor allem meiner damaligen Chefin gefiel, da es sich leichter in einen Dienstplan verorten ließ, und aufgrund der Nähe zum Heimatort (ich habe in der Studienzeit in meinem alten Kinderzimmer gelebt), habe ich mich im Herbst 2020 an der ehs beworben. Ich wurde angenommen und habe mich letztendlich dafür entschieden, in Dresden zu studieren.


Prägende Momente während des Studiums

Für immer werden mir meine Kommiliton:innen in Erinnerung bleiben. Wir waren eine starke Gruppe und haben uns gemeinsam durch alle Semester gekämpft. Ich habe einen unglaublichen Zusammenhalt gespürt und das Gefühl, dass mir jede:r zu jeder Tages- und Nachtzeit mit Rat und Tat zur Seite gestanden hätte. Natürlich gab es auch die typischen Grüppchen, die ihre Referate und Gruppenarbeiten gemeinsam gemacht haben, aber im Endeffekt haben wir uns dennoch alle gegenseitig unterstützt und vorangebracht. Das schätze ich sehr an meinem Jahrgang.

Da wir ein Jahrgang sind, der in der Corona-Zeit gestartet ist, bleibt mir diese Zeit am meisten in Erinnerung, vor allem, dass unser erster Tag an der Hochschule gleichzeitig unser Prüfungstag war. Es war witzig, dass wir sämtliche Tiere, die Dekoration und die Stimme unserer Mitstudierenden kannten, von ihnen selbst jedoch meist nur den Kopf aus den Videokonferenzen. Umso schöner war es, alle an diesem besagten Tag in der Hochschule erneut kennenzulernen.

Ebenso hatte ich eine wundervolle Betreuung bei meiner Bachelorarbeit durch Frau Faßauer (ehs Professorin für Führung und Organisation in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft) genossen. Es war fantastisch, mit ihr gemeinsam den Prozess meiner Arbeit zu durchleben. Ich hatte nie das Gefühl, alleingelassen zu sein. Auch sie war immer da und hatte Tipps parat, was mir eine unglaubliche Sicherheit in dieser Phase gab. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals aufrichtig bei ihr bedanken.


Meine Arbeit heute

Aktuell befinde ich mich mitten im Jobwechsel. Ab Juni 2026 beginne ich eine Tätigkeit als sozialpädagogische Familienhilfe. Ich bin sehr gespannt darauf, in diesem Feld zu arbeiten.

Mein letztes Arbeitsfeld war die offene Kinder- und Jugendarbeit.

Es hat mich immer erfüllt, mit Kindern und Jugendlichen eine echte Beziehung aufbauen zu können und als wichtige Bezugsperson zu agieren. Es hat mir immer Spaß gemacht, auf Situationen ad hoc eingehen zu müssen, oft einen Plan über Bord zu werfen und den Nachmittag anders zu strukturieren, als beim Mittagessen mit dem Team besprochen. In einem gut funktionierenden Team ist es spannend zu sehen, wie gut in solchen Situationen Hand in Hand gearbeitet werden kann. Eine weitere Herzensaufgabe war es für mich, Erzieher:innen als Praxisanleiterin in die Tätigkeit in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit einzuführen, zu reflektieren, zu planen und an Hospitationstagen gemeinsam zu bangen.

Natürlich gibt es auch Herausforderungen, die im letzten Jahr präsenter denn je geworden sind: die Haushaltskürzungen. Gerade im letzten halben Jahr waren diese noch spürbarer und sichtbarer. Schließtage und Personalkürzungen waren die Folge. Dadurch haben Ehrenamtler:innen und BFDler:innen eine besondere Position eingenommen. Ohne sie ist es fast unmöglich, eine Einrichtung am Laufen zu halten.


Mein Rat an heutige Studierende

Traut euch – es lohnt sich! Es war eine tolle Studienzeit an der ehs. Ich hatte großen Respekt davor, Studium, Arbeit und Pendeln unter einen Hut zu bringen, aber das regelt sich nach zwei bis drei Wochen ganz von selbst.

Im Vergleich zu anderen Hochschulen ist der Semesterbeitrag für das berufsbegleitende Studium zwar hoch, es gibt aber Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung. An der Hochschule gibt es Menschen, die euch dahingehend beraten.

Es ist ganz normal, dass es in Prüfungsphasen immer etwas stressiger ist, aber mit Hilfe eurer Kommiliton:innen meistert ihr jede Prüfung. Gründet Lerngruppen, vor allem online, so haben auch Kommiliton:innen außerhalb von Dresden die Chance, mitzulernen.

Eine große Hilfe für mich war es, dass ich mit meiner Kommilitonin Online-Zeiten zum Schreiben der Bachelorarbeit vereinbart habe. Wir haben uns immer via Zoom getroffen. So konnte man sich eine halbe Stunde vorher darüber austauschen, wie es einem aktuell geht und anschließend gemeinsam an der Bachelorarbeit arbeiten. Das hat mich persönlich sehr motiviert.

Traut euch, nach dem Studium neue Wege einzuschlagen! Fakt ist, dass nicht jedes Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit ausführlich behandelt werden kann. Lasst euch davon jedoch nicht einschüchtern. Ihr wachst mit euren Aufgaben!