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"Mein Auslandsaufenthalt war die beste Entscheidung."

Jannik Eberth

Abschlussjahr:

2022

 

Studiengang:

Kindheitspädagogik (B.A. | Vollzeit)

 

heutige Position:

U16 Eishockey-Cheftrainer bei Lidingö Vikings Hockey Club (Stockholm, Schweden)


Mein Weg zum Studium

Nach meinem Abitur habe ich mich für einen Freiwilligendienst in meinem Eishockeyverein entschieden. Im Rahmen dieser Tätigkeit habe ich unter anderem erste Erfahrungen als Trainer im Altersbereich 3–12 gesammelt. Dies hat mir von Anfang an Freude bereitet, da ich bei der Übungsgestaltung kreativ sein konnte und es für mich nach wie vor sehr erfüllend ist, meine Leidenschaft an andere Menschen weiterzugeben. In dieser Zeit lernte ich einen Trainerkollegen kennen, der mich mit seiner Art und Weise, mit Menschen aller Altersgruppen zu interagieren, nachhaltig inspiriert hat. Zudem hatten meine Eltern häufiger den Eindruck, dass mir die Arbeit mit Kindern liegen könnte. Somit entschied ich mich, mich an der ehs in Dresden für den Studiengang „Bildung und Erziehung in der Kindheit B.A." zu bewerben. Rückblickend betrachtet habe ich immer von einer Trainerlaufbahn geträumt, doch die finanziellen Möglichkeiten sind beim Einstieg in diesen Beruf nicht gerade vielversprechend. Leider wurde ich bei der ersten Bewerbung nicht angenommen und landete auf dem Wartelistenplatz 8. Doch ich blieb hartnäckig und wurde im zweiten Anlauf angenommen. Zur Überbrückung studierte ich zwei Semester Soziologie an der TU Dresden. Das empfand ich als sehr spannend und konnte es auch für meinen weiteren Werdegang nutzen.


Prägende Momente während des Studiums

Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass die ehs ein Ort ist, an den ich gerne komme, an dem ich ich selbst sein und viel lernen kann. Die Atmosphäre war stets geprägt von gelebten pädagogischen Prinzipien, Offenheit und Augenhöhe. Die Seminare empfand ich in den allermeisten Fällen als spannend und gewinnbringend. Zwar war ich der einzige Mann unter 30 Studierenden, doch ich habe mich in der Gruppe immer wohlgefühlt und auch Freundschaften bzw. Kontakte geschlossen, die über mehrere Jahre anhielten. Einzelne Dozierende wie Ivonne Zill-Sahm oder Uwe Hirschfeld haben mich besonders inspiriert und prägen meine pädagogische Philosophie bis heute. Mit meinem Lernort Praxis, der Kita Rehefelder Straße, habe ich einen besonderen Glücksgriff gelandet, weil mir das Team gezeigt hat, was es bedeutet, Kindern eine von Freiheit und Autonomie geprägte Lernumgebung zu bieten.

Im Jahr 2020 entschied ich mich für ein ERASMUS-Praktikum als Eishockeytrainer für die Altersklasse 12–18 Jahre in Finnland. Ein Aufenthalt im Ausland war für mich immer mit Ängsten verbunden, doch dieser war eine der besten Entscheidungen meines Lebens – sowohl für meine persönliche Weiterentwicklung als auch für meinen beruflichen Werdegang. Während meines Praktikums lief es so gut, dass ich gleich noch für eine zweite Saison geblieben bin und in Teilzeit als Co-Trainer der U16 angestellt war. Dies ließ sich über zwei Urlaubssemester ermöglichen. Meine Bachelorarbeit schrieb ich 2022 in Finnland. Ich nahm dies in Kauf, um weiter meinem Traum nachgehen zu können.


Meine Arbeit heute

Aktuell bin ich in Teilzeit als Cheftrainer der U16 der Lidingö Vikings in Stockholm angestellt. Diese Möglichkeit kam für mich wie gerufen. Bis Juli 2025 befand ich mich aufgrund einer psychischen Erkrankung in einer fünfmonatigen Rehabehandlung. Der Anruf meines jetzigen Trainerkollegen, der ebenfalls aus Deutschland kommt, erreichte mich im Juni 2025 an einem Punkt, an dem ich nicht wusste, wie es beruflich für mich weitergehen soll. Ich fasste mir ein Herz und entschied mich, meinem Traum ohne Kompromisse nachzugehen. Meine Erfahrungen beim ERASMUS-Praktikum über die ehs ermutigten mich dazu. Es war die beste Entscheidung meines Lebens. Zurzeit genieße ich einen erfüllten Alltag in einer wunderschönen Stadt.Die Arbeit ist nicht immer leicht. Die Zusammenarbeit mit Eltern im Sport empfinde ich als herausfordernd, doch sie ist essenziell für jegliche Form von pädagogischer Arbeit – und genau das ist es, was ich mit meiner Trainertätigkeit verfolge. Sport und Coaching sehe ich somit als (kindheits-)pädagogisches Feld, das es weiter zu erschließen gilt. Als besonders erfüllend empfinde ich es, meine Leidenschaft und mein Wissen weiterzugeben sowie mich als Person und pädagogische Fachkraft stetig weiterzuentwickeln.


Mein Rat an heutige Studierende

Für mich ist es keine Floskel, auf mein Herz und mein Bauchgefühl zu hören. Es lohnt sich, seinen eigenen Träumen nachzugehen, statt sich von seinen Ängsten zurückhalten zu lassen. Meine Erfahrungen an der ehs Dresden haben mir dabei geholfen, zu mir selbst zu finden und Professionalität als Pädagoge zu entwickeln. Ich hatte immer ein Gefühl der Verbundenheit zur Hochschule. Dieses Gefühl begleitet mich bis heute. Für ein halbes Jahr arbeitete ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am ehs Zentrum für Forschung, Weiterbildung und Beratung. Die Arbeit bereitete mir Freude, doch sie überstieg meine persönlichen Kapazitäten neben meinem Teilzeitjob in einer Kita sowie als Trainer. Dieser Job zeigte mir jedoch eine weitere Möglichkeit auf, in der Hochschule zu arbeiten. Zudem konnte ich meine Stärken in der Theoriearbeit praktisch ausprobieren.

Was ich heute definitiv anders sehe: Alkohol- und Drogenkonsum gehören nicht zu einem erfüllten und „coolen” Studentenleben dazu. Sie können definitiv mehr Schaden als Nutzen bringen.


Der Wendepunkt

Aufgrund meiner mentalen Gesundheit war ich von Juli 2024 bis Juli 2025 für ein Jahr arbeitsunfähig. Überarbeitung war ein Teil des Problems. Ich habe zu viele Verantwortungen auf mich genommen und gelernt, dass ich mich bei vergangenen Entscheidungen zu sehr von meinen Ängsten lenken lassen habe. Zunächst habe ich diese Krankschreibung als Rückschlag betrachtet, doch rückblickend war sie das Beste, was mir passieren konnte. Während der Auszeit und dank der Therapie habe ich gelernt, auf mich und meine Bedürfnisse zu hören. So konnte ich meinem Traumberuf als Eishockeytrainer nachgehen. Umwege gehören in der beruflichen Laufbahn somit dazu. Die Möglichkeiten nach dem Studium an der ehs sind weitaus vielfältiger, als ich vor dem Studium erwartet habe.