"Nicht immer der leichte, aber immer der bereichernde Weg."
Eva-Maria Behr-Eggers
Abschlussjahr:
2025
Studiengang:
Pflege, Schwerpunkt: Praxisentwicklung (B.Sc. | berufsbegleitend)
heutige Position:
Krankenschwester im Funktionsdienst beim Universitätsklinikum Dresden
Mein Weg zum Studium
Ich habe mich ganz bewusst für das Studium „Pflege, Schwerpunkt: Praxisentwicklung“ an der Evangelischen Hochschule Dresden entschieden. Ausgangspunkt war meine tägliche Erfahrung im klinischen Alltag, bei der ich immer wieder das Gefühl hatte, dass Abläufe, Zusammenarbeit und Kommunikation nicht optimal funktionieren. Damit verbunden war die Frage, ob es nicht auch anders und besser gehen könnte. Gleichzeitig blieben viele dieser Fragen in meinem beruflichen Umfeld unbeantwortet. So entstand der Wunsch, Zusammenhänge besser zu verstehen, mich fachlich weiterzuentwickeln und Kompetenzen zu erwerben, um Veränderungen fundiert mitgestalten zu können.
Vor dem Studium absolvierte ich eine Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete rund 25 Jahre in der Betreuung chronisch kranker Menschen, insbesondere in der Dialyse und Lipoprotein-Apherese.
An der ehs bot sich mir die Möglichkeit, über eine Aufnahmeprüfung ein Studium ohne Abitur zu beginnen. Die inhaltliche Ausrichtung des Studiengangs und das humanistische Menschenbild der Hochschule entsprachen meinen Vorstellungen. Bereits in der Studienberatung und im Aufnahmegespräch hatte ich den Eindruck, dass die Dozierenden und Mitarbeitenden mir sehr engagiert, zugewandt und herzlich begegnen und dass ein wertschätzender Umgang tatsächlich gelebt wird.
Prägende Momente während des Studiums
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Dozierenden, die von Beginn an wichtige Rollenvorbilder für mich waren. Ich habe sehr aufmerksam beobachtet, wie sie kommunizieren, wie sie mit unterschiedlichen Meinungen umgehen und wie konsequent sie uns dazu ermutigt haben, kritisch zu denken, eigene Perspektiven einzubringen und diese gut zu begründen. Dabei wurde mir bewusst, wie bereichernd unterschiedliche Sichtweisen und Persönlichkeiten für das gemeinsame Lernen sind.
Meine Arbeit heute
Aktuell arbeite ich als Krankenschwester im Funktionsdienst der Lipoprotein-Apherese. Ich behandle vor allem Menschen mit chronischen Fettstoffwechselerkrankungen, aber auch Patientinnen und Patienten mit Autoimmunerkrankungen oder neurologischen Syndromen. Die Behandlung erfolgt maschinell: Das Blut wird außerhalb des Körpers in speziellen Filtern gereinigt und anschließend zurückgeführt. Das Ziel besteht darin, gesundheitliche Risiken zu senken und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Besonders erfüllend an meiner Arbeit ist die oft langjährige Begleitung der Patientinnen und Patienten. Durch die regelmäßigen Behandlungen entstehen vertrauensvolle Beziehungen und es ergeben sich viele persönliche Gespräche. Es bedeutet mir viel, Menschen in belastenden Lebenssituationen fachlich kompetent und menschlich zu begleiten. Die Dankbarkeit und das Vertrauen, die man dabei zurückbekommt, empfinde ich als sehr wertvoll.
Herausfordernd ist hingegen die wirtschaftliche und gesundheitspolitische Lage. Zusätzlich erfordern unterschiedliche Perspektiven, Zuständigkeiten und Veränderungen ein hohes Maß an Kommunikation, Abstimmung und gegenseitigem Verständnis. Es gibt Potenzial, die Zusammenarbeit so zu gestalten, dass Offenheit, Vertrauen und Weiterentwicklung möglich sind.
Mein Rat an heutige Studierende
Seid wie ein Schwamm und saugt so viel Wissen und Perspektiven auf, wie ihr könnt. Bleibt neugierig! Stellt jeder Person mehr Fragen, als ihr selbst redet und taucht in die Welt der anderen ein. Gebt euch Zeit, Eindrücke auf euch wirken zu lassen. Bildet euch ein Urteil und hinterfragt es kritisch. Traut euch, kreativ zu sein. Achtet auf eure Ressourcen. Kommuniziert präzise und transparent. Hört nie auf zu lernen.
Der Wendepunkt
Der Bachelorabschluss war ein entscheidender Wendepunkt, da er mir die Möglichkeit eröffnete, weiter zu studieren. Im Masterstudiengang Kommunikationspsychologie und Management kann ich mich gezielt mit sozialpsychologischen Themen, insbesondere im beruflichen Kontext, auseinandersetzen. Damit komme ich meinem Ziel, mehr Wirksamkeit und Reichweite zu erreichen, wieder ein Stück näher. Ich hoffe, dass sich mir Chancen eröffnen und ich Menschen treffe, die dieselben Ziele verfolgen wie ich. Ich wünsche mir, gemeinsam mit ihnen dazu beitragen zu können, Arbeitsbeziehungen als Grundlage für erfolgreiche Teamleistung zu stärken und zusätzliche Kompetenzen zu entwickeln.
Ich erlebe immer wieder kleinere Krisen. Aber ich überwinde sie, unter anderem dank verlässlicher Beziehungen, und gehe den nicht immer leichten, aber immer bereichernden Weg Stück für Stück. Ich würde diesen Weg jederzeit wieder einschlagen.
