PFLEGE, SCHWERPUNKT: COMMUNITY HEALTH NURSING (CHN) / ADVANCED NURSING PRACTICE (ANP) (MASTER OF SCIENCE) - berufsbegleitend
Einblicke in den Studienalltag
Die Studierenden des Masterstudiengangs Pflege, Schwerpunkt: Community Health Nursing/Advanced Nursing Practice (M.Sc.) berichten von ihren Erfahrungen im Studium. In regelmäßigen Abständen gibt es hier Einblicke in den Studienalltag, das Simulationslabor und die Vereinbarkeit von Studium & Beruf.
Das 1. & 2. Semester - eine Perspektiverweiterung
Die ersten beiden Semester des Studiengangs Pflege, Schwerpunkt: CHN/ANP (M.Sc.) haben meine bisherigen beruflichen Perspektiven nicht nur erweitert, sondern in eine völlig neue Richtung gelenkt. Bereits in der ersten Intensivwoche sollte ich meinen vertrauten Blick vom „Mikrokosmos Krankenhaus“ über mehrere Tellerränder hinweg auf den Sozialraum mit seinen Bewohner*innen und Institutionen lenken. Das war und ist auch im zweiten Semester für mich die größte Herausforderung und gleichzeitig meine Motivation.
Der Modulstrang "Advanced Nursing Practice" mit dem Schwerpunkt im ersten Semester auf die körperliche Untersuchung war spannend, herausfordernd und brachte uns als sehr heterogene Studierendengruppe rasch zusammen. Wir bringen Erfahrungen aus verschiedenen Bereichen, sind mal älter, mal jünger und kommen tatsächlich aus allen Ecken Deutschlands. Gerade diese Mischung ist unglaublich bereichernd, fachlich wie menschlich und half uns bei der Bewältigung der ungewohnten Studieninhalte.
Die praktische Ausbildung im Simulationslabor hat mich alte Pflege-Häsin am meisten beeindruckt! Professionelle Schauspieler:innen unterstützen uns in der Vertiefung der vorher gelehrten Inhalte. Das Feedback der Schauspieler:innen aus ihrer Rolle heraus, ist dabei einzigartig.
Das erste Semester endete mit den unausweichlichen Prüfungen, die wir entgegen all unserer Bedenken bestanden haben. Selbst die furchterregende praktische Prüfung im Simulationslabor.
Das zweite Semester begann im September wieder mit einer Intensivwoche und neuen Herausforderungen. Aktuell führen wir im Rahmen des Moduls "Diabetesmanagement" einen Selbsttest mit einem Sensor durch, um zu sehen, wie der Blutzucker auf unterschiedliche Lebensmittel reagiert. Für meinem Teil muss ich sagen, dass Pizza vermutlich künftig weniger häufig in meinem Speiseplan vorkommen wird.
Insgesamt sind die Module mit ihren Prüfungen stark auf den Theorie-Praxis-Transfer ausgerichtet. Im Modul "Sozialer Raum und Gesundheitsversorgung" analysieren wir in Gruppenarbeit einen Sozialraum mit dem Fokus auf eine bestimmte Personengruppe. Ich habe das Glück Teil einer Gruppe zu sein, die die gesundheitlichen Bedarfe von Bewohnerinnen und Bewohner einer Unterkunft in Berlin-Neukölln erheben möchte. Damit bewegen wir uns nun ganz praktisch zum Kern der Arbeit einer CHN.
Die Präsenzzeiten in Dresden sind für mich, trotz meiner Anreise aus Bayern und Teilzeit-Berufstätigkeit, sehr wichtig. Die Dozierenden verstehen es die Lehrinhalte so zu vermitteln, dass sie an dem unterschiedlichen Vorwissen der Studierendengruppe erfolgreich anknüpfen können.
Jetzt in der Mitte des zweiten Semesters bin ich weiterhin hochmotiviert, obwohl wir und unsere Vorgängerinnen und Vorgänger noch reichlich Pionierarbeit im Bereich des Community Health Nursing vor uns haben.
Ein Bericht von:
Natascha Köstler
Studentin der ehs
Das 3.&.4 Semester – ein Perspektivwechsel
3. Semester
Das dritte Semester war geprägt von inhaltlicher Tiefe, persönlicher Weiterentwicklung und einer deutlichen Erweiterung der beruflichen Perspektive. Besonders das Modul Schmerzmanagement erwies sich als anspruchsvoll und fordernd. Die Verbindung von theoretischen Konzepten mit praxisnahen Ansätzen förderte ein differenziertes Verständnis und schärfte den professionellen Blick auf die Bedeutung eines ganzheitlichen Schmerzmanagements in der Gesundheitsversorgung. Zum Schluss konnte auch die gefürchtete Klausur erfolgreich absolviert werden.
Als besonders bereichernd waren für mich die Inhalte im Modul Prävention und Gesundheitsförderung, die einen Perspektivwechsel weg von der rein kurativen hin zu einer ressourcen- und lebensweltorientierten Sichtweise eröffneten. Insbesondere die Auseinandersetzung mit Rollen und Aufgaben im kommunalen Kontext verdeutlichte, wie essenziell interdisziplinäre Zusammenarbeit, niedrigschwellige Angebote und strukturelle Rahmenbedingungen für die Gesundheit der Bevölkerung sind. Diese Inhalte wurden in einem, leider viel zu kurzem 14-tägigen Praktikum im Gesundheitsamt der Stadt Dresden, vertieft. Somit konnte die Relevanz der Studieninhalte in der Praxis erlebbar gemacht werden. Vor allem eröffnete sich dadurch ein breites Spektrum an Tätigkeitsfeldern einer Community Health Nurse, welche ich zuvor überhaupt nicht überblickt habe. Die Einblicke in präventive, beratende und koordinierende Aufgaben auf kommunaler Ebene verdeutlichten das große Potenzial dieser Rolle für eine zukunftsorientierte Gesundheitsversorgung.
Fazit: Insgesamt trug das dritte Semester maßgeblich dazu bei, theoretisches Wissen mit praktischer Erfahrung zu verknüpfen, berufliche Handlungsspielräume zu erkennen und die eigene professionelle Identität weiterzuentwickeln.
4. Semester
Das vierte Semester war geprägt von intensiven, lehrreichen und eindrucksvollen Erfahrungen. Besonders das Modul psychische und seelische Gesundheit forderte uns fachlich wie persönlich und ermöglichte wertvolle Einblicke, die durch die Arbeit im Simulationslabor nochmals vertieft wurden. Die realitätsnahen Szenarien hinterließen nachhaltige Eindrücke und stärkten unsere Handlungssicherheit.
Ein besonderes Highlight stellte das Modul Technik und eHealth in der Gesundheitsversorgung dar, dass uns inhaltlich in eine völlig neue Welt des Lernens eintauchen ließ. Über das gesamte Semester hinweg erarbeiteten wir die Prüfungsleistung anhand eines konkreten Fallbeispiels, was nicht nur den Praxisbezug stärkte, sondern auch ein tiefgehendes, vernetztes Lernen ermöglichte.
Sehr positiv in Erinnerung bleibt auch der Besuch im Pflegepraxiszentrum Hannover. Dort wurde uns die gesamte Bandbreite technischer Lösungen in der Patientenversorgung anschaulich präsentiert und unmittelbar erlebbar gemacht – ein eindrucksvoller Blick in die Zukunft der Pflegepraxis.
Selbst das oft gefürchtete Modul Recht und die Abschlussklausur erwies sich, dank der sehr engagierten Dozenten, als machbar und sorgte für so manchen Aha-Moment in der Fallbearbeitung.
Fazit: Trotz der vielen bereichernden und positiven Erlebnisse schwang im 4. Semester stets eine gewisse Wehmut mit, da es das letzte gemeinsame Semester war. Nach erfolgreich bestandenen Modulprüfungen und einer wohlverdienten Semesterpause wartete auf einige aus unserer Kohorte schließlich die letzte – und vielleicht größte – Herausforderung: die Masterthesis.
Ein Bericht von:
Silke Weißflog
Studentin der ehs
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