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Rückblick: Fachtag „Inklusion im Sozialraum: Netzwerke entdecken, erfahren, erforschen“ im Stadtforum Dresden

Am 2. Juni 2026 fand im Stadtforum Dresden der Fachtag „Inklusion im Sozialraum: Netzwerke entdecken, erfahren, erforschen“ statt. Vertreter:innen aus Wissenschaft, Ehrenamt, Verwaltung und Praxis sowie Betroffene kamen zusammen, um sich darüber auszutauschen, wie Inklusion im Sozialraum – in den Stadtteilen, Quartieren und Vierteln vor Ort – gelingen kann.

 

Das Grußwort hielt Dr. Kathleen Neher, Geschäftsführerin des Zentrums für Forschung, Weiterbildung und Beratung an der ehs Dresden gGmbH, die daran erinnerte, dass jede Person im Stadtteil ganz unterschiedliche „Landkarten“ im Kopf hat und neue Einwohner:innen auf Netzwerke angewiesen sind, damit aus dem noch undurchsichtigen Stadtplan im Kopf eine ganz eigene Landkarte der Lieblingsorte wird.

 

Nach der Eröffnung und dem Grußwort führten Dr. Matthias Müller, Professor für Theorien und Geschichte der Sozialen Arbeit an der ehs und Dr. Ulf Liedke, bis 2025 Professor für Ethik und Diakoniewissenschaft an der ehs, mit zwei wissenschaftlichen Inputs in das Thema ein. Matthias Müller erklärte die Bedeutung von Netzwerken, Ulf Liedke stellte verschiedene wissenschaftliche Methoden vor, mit denen man Inklusion vor Ort erforschen kann.

 

Anschließend arbeiteten die Teilnehmenden in verschiedenen Arbeitsgruppen zu den Schwerpunkten „Netzwerke entdecken“, „Netzwerke erfahren“ und „Netzwerke erforschen“. Dabei wurden wissenschaftliche Perspektiven diskutiert, Erfahrungen aus dem Neustad(t)raum – einer Initiative aus der Dresdner Neustadt, die sich seit 2017 für Inklusion im Stadtteil einsetzt – geteilt und praxisnahe Methoden zur Analyse von Netzwerken vorgestellt.

 

In der Abschlussrunde wurden die Ergebnisse zusammengetragen. Die Teilnehmenden betonten, wie wichtig es ist, füreinander Netzwerkarbeit zu betreiben, miteinander zu reden und ins Gespräch zu kommen. Ebenso sei es wichtig gewesen, dass auch „Betroffene“ eingeladen und dabei waren. Das Wichtigste sei jedoch, aus diesen Kreisen heraus in die Stadtgesellschaft zu gehen und dort zu handeln.

 

Eine Teilnehmerin brachte zum Ausdruck, wie wichtig Vertrauen und das Aufeinanderzugehen und die Freude am gemeinsamen Arbeiten sei, es brauche Menschen, die Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig sei es für Initiativen wesentlich, sichtbar zu sein, um neue Mitstreiter:innen zu finden. Und für das Gelingen von Inklusion und der gemeinsamen Arbeit dafür sei es zentral, Gemeinsamkeiten dort zu finden, wo man erstmal keine sieht.

 

„Inklusion“ war aber nicht nur Thema, sondern auch Anspruch des Fachtages, denn schon in der Begrüßung wurde darauf hingewiesen, dass versucht wird, in einfacher Sprache miteinander zu kommunizieren. Auch ein Awareness Team des Awareness Kollektiv Dresden, das diskriminierendes Verhalten sowie Ausgrenzungen verhindern soll, und die beiden Gebärdensprachedolmetscherinnen Saskia Fuchs und Nele Spangenberg waren vor Ort. Dadurch wurde der Fachtag selbst schon ein Ort des Lernens – für alle Seiten. Denn viel zu oft orientieren wir uns an den Maßstäben der Mehrheit, bei Vorträgen, Veranstaltungsorganisation, Raum oder auch Essensgestaltung. Das hier explizit NICHT zu tun, war eine Herausforderung, die in großem Maße bewältigt wurde, bei einzelnen Dingen aber auch nicht. Inklusion ist – das hat die Veranstaltung gezeigt und auf schöne Art bewiesen – ein gemeinsamer Weg der Veränderung und des Wachsens.

 

Dass sie im neuen Stadtforum stattfinden konnten, mit Blick auf die Innenstadt, den Rathausturm und den Großen Garten, stimmt optimistisch, dass das Thema auch in und von der Stadt Dresden mitgetragen und als gemeinsame Aufgabe begriffen wird.

 

Der Fachtag wurde vom Team des ehs Zentrums organisiert, welches das Projekt „Inklusion vor Ort in Dresden“ der Landeshauptstadt Dresden und der Stadt AG - Aktives Netzwerk für ein inklusives Leben in Dresden e. V. wissenschaftlich begleitet. Das Team des Zentrums beschäftigt sich mit der partizipativen Entwicklung inklusiver Stadtteilnetzwerke in Dresden. Im Zentrum stehen die Übertragbarkeit und nachhaltige Etablierung erfolgreicher Graswurzelinitiativen.

 

Wer mehr erfahren möchte, ist herzlich zur Langen Nacht der Wissenschaften an der ehs eingeladen. Dort präsentiert das Projekt seine Arbeit:

 

"Inklusion im Stadtteil gemeinsam denken!", Informationsstand und Mitmachaktion, 1. OG, 3.115

 

 

 

Mehr Informationen über das ehs-Begleitprojekt

 

Mehr Information über das Projekt "Inklusion vor Ort in Dresden"

 

 

 

 

 

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