Staatssekretärin Prof. Dr. Heike Graßmann zu Gast an der Evangelischen Hochschule Dresden
Die Evangelische Hochschule Dresden (ehs) begrüßte am 18. Dezember 2025 Prof. Dr. Heike Graßmann, Staatssekretärin im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK), zu einem fachlichen Austausch über akademische Qualifizierung, Forschung und gesellschaftliche Verantwortung. Begleitet wurde sie von Dr. Bruno Bartscher, Referatsleiter Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und Duale Hochschule, sowie Dr. Lukas Stempel, Referent im SMWK.
Im Mittelpunkt des Besuchs stand das wissenschaftliche Profil der ehs Dresden als Hochschule für Angewandte Wissenschaften mit klarer gesellschaftlicher Ausrichtung. Ausgangspunkt bildeten die zentralen Werte der Hochschule, die das Verständnis von Lehre, Forschung und Transfer prägen. Akademische Bildung wird an der ehs Dresden als Verbindung von fachlicher Qualifikation, reflexiver Kompetenz und Verantwortung gegenüber Menschen und Gesellschaft verstanden, insbesondere in Studiengängen, die auf professionelle Tätigkeiten in sozialen und gesundheitlichen Handlungsfeldern vorbereiten.
Studiengänge Soziale Arbeit und Kindheitspädagogik: Qualifizierung mit Haltung und Praxisbezug
In der Vorstellung der Studiengänge Soziale Arbeit und Kindheitspädagogik wurde deutlich, wie eng wissenschaftliche Fundierung und Praxisorientierung miteinander verzahnt sind. Die individuellen Aufnahmeverfahren setzen bewusst auf einschlägige Praxiserfahrungen, aussagekräftige Motivationsschreiben und strukturierte Bewerbungsgespräche unter Beteiligung von Praxispartnern. Ziel ist es, Studierende zu gewinnen, die bereit sind, sich sowohl fachlich als auch persönlich mit den Anforderungen professionellen Handelns auseinanderzusetzen.
Die Studiengänge legen einen besonderen Fokus auf die Reflexion von Werten, Machtverhältnissen und professioneller Verantwortung. Diese Aspekte sind integraler Bestandteil der Curricula und werden wissenschaftlich fundiert bearbeitet, da sie entscheidend für die Qualität sozialer und pädagogischer Arbeit in komplexen gesellschaftlichen Kontexten sind.
Forschung, Transfer und Weiterbildung: Das ehs Zentrum
Anschließend stellte Dr. Kathleen Neher das ehs Zentrum für Forschung, Weiterbildung und Beratung vor. Die dort angesiedelten Forschungsprojekte greifen zentrale Fragestellungen aus den Praxisfeldern der Sozialen Arbeit, Pädagogik und Pflege auf und sind eng mit der Lehre verbunden. Thematische Schwerpunkte liegen unter anderem in der Inklusionsforschung sowie im Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in Studium, Weiterbildung und Praxis.
Durch diese enge Verzahnung wird Forschung an der ehs Dresden gezielt auf gesellschaftliche Wirkung ausgerichtet. Erkenntnisse fließen unmittelbar in die Weiterentwicklung der Studiengänge ein und werden über das Weiterbildungsinstitut sofi auch Fachkräften und Organisationen zugänglich gemacht.
Studiengang Pflege: Akademische Qualifizierung für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem
Ein weiterer Schwerpunkt des Besuchs lag auf dem Studiengang Pflege, insbesondere auf dem Simulationslabor. Hier wurde anschaulich vermittelt, wie akademische Qualifizierung in der Pflege konkret umgesetzt wird. Studierende erwerben nicht nur pflegewissenschaftliches Wissen, sondern trainieren die Anwendung in komplexen, realitätsnahen Situationen. Dazu gehören klinisches Entscheiden, evidenzbasiertes Handeln, interprofessionelle Kommunikation und der reflektierte Umgang mit Verantwortung.
Mit derzeit 80 Studienplätzen verzeichnet der Studiengang einen sichtbaren Aufwuchs. Gleichzeitig wurden die damit verbundenen Herausforderungen klar benannt: der Bedarf an weiteren Praxispartnern, an qualifizierten Praxisanleiter:innen sowie an tragfähigen strukturellen Rahmenbedingungen. Diese sind notwendig, um die Anforderungen des Bundesgesetzgebers nachhaltig umzusetzen, die Qualität der praktischen Ausbildung zu sichern und Weiterentwicklungsperspektiven – etwa auch im Bereich der Kinderkrankenpflege – zu eröffnen.
Transformation gestalten
Im Austausch wurde auch der Blick auf zukünftige Entwicklungen gerichtet. Professorin Dr. Heike Graßmann betonte die Bedeutung, technologische Entwicklungen und Künstliche Intelligenz aktiv zu nutzen, Ängste ernst zu nehmen und Transformationsprozesse bewusst zu gestalten. Diese Perspektive knüpft an das Selbstverständnis der ehs Dresden an, wissenschaftliche Ausbildung nicht nur auf bestehende Anforderungen auszurichten, sondern auf die Weiterentwicklung von Professionen und Versorgungssystemen.
Der Besuch machte deutlich, wie die ehs Dresden akademische Lehre, Forschung und Transfer miteinander verbindet, um gesellschaftlich relevante Herausforderungen aufzugreifen und qualifizierte Fachkräfte für zentrale Zukunftsfelder auszubilden.




