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Rückblick auf die Lange Nacht der Wissenschaften an der ehs am 14.06.24

Buntes Treiben auf dem Campus

Prof. Nina Weimann-Sandig im Workshop "KI und prompten entdecken - eine Einführung für alle"

Plakat aus dem Workshop "Kinder - KindheitEN" Kinder erforschen Dresden

Piraten im Kampf - oder beim Diskutieren?

Praktische Übungen im Simulationslabor der ehs

Im Andachtsraum der Hochschule

Konzert der Gruppe "Paradiesisch Musizieren"

Abend an der ehs

Charlotte Gneuß und Prof. em. Harald Wagner nach der Lesung

Am Freitag, 14.06.24, fand in Dresden die Lange Nacht der Wissenschaften statt.

 

52 Veranstalter:innen boten 910 Veranstaltungen an, die von insgesamt 30.000 Gästen besucht wurden. Und eine der Veranstaltungsstätten war die ehs, wo es an diesem Abend eine super Mischung aus Campusfest, Lesung und Wissenschaftsformaten gab:

 

Los ging es 15:00 Uhr mit dem Campusfest auf dem Innenhof: eingeladen waren sowohl Mitarbeitende und Studierende der ehs als auch Anwohner:innen aus dem Viertel. Das Wetter spielte mit und so konnten sich Gäste und Mitarbeitende bei Kaffee und Kuchen im Innenhof entspannen, Tischtennis und Kicker spielen. Das studentische Café Endstation sorgte für Getränke, Mitarbeitende hatten diverse Kuchen gestiftet. So war das Fest die perfekte Einstimmung auf einen entspannten Abend.

 

17:30 Uhr begann dann im Großen Hörsaal der ehs die Lesung mit Charlotte Gneuß. Carola Richter, Leiterin der ehs-Bibliothek, begrüßte die Autorin, die aus ihrem Erstling „Gittersee“ las. Für Charlotte Gneuß ist die ehs kein fremder Ort – hier hat sie Soziale Arbeit studiert und kam nach acht Jahren nun zum ersten Mal wieder zurück an ihre Hochschule. Moderiert wurde die Lesung von Prof. em. Harald Wagner, bei dem sie schon während des Studiums als studentische Hilfskraft und Mitarbeiterin gearbeitet und der ihre Abschlussarbeit betreut hatte. Er erzählte von seinem Leseerleben, bei dem er Charlottes Gneuß‘ schreibende Hand vor seinem inneren Auge gesehen habe. Vor rund 70 Gästen erklärte sie im Gespräch mit Harald Wagner zum Beispiel, wie sie die Figur des Stasi-Mitarbeiters schuf: der musste für sie auch sympathisch sein, sie müsse ihn auch mögen können, damit sie ihn als Romanfigur überhaupt beschreiben könne. Auf die Frage nach einer möglichen Fortsetzung des Romans entgegnete sie jedoch, dass sie lieber die Spannung erhalten möchte, indem sie das Buch „unaufgelöst“ lässt.

 

Neben der einstündigen Lesung bot die ehs an diesem Abend zahlreiche Workshops und Projektpräsentationen:

 

Im Podcast-Studio herrschte konzentrierte Stimmung beim Einsprechen von Texten; im Prompt-Labor wurde ein Bild von Fußballer Thomas Müller erzeugt, der leidenschaftlich Cathy Hummels küsst. Pünktlich vor dem Start des EM-Auftaktspiels verdeutlichte das eindrücklich die Möglichkeiten und Gefahren der Bilderzeugung mittels KI.

 

Im Raum „Erreicht Soziale Arbeit alle Familien“ wurde anhand von Ergebnissen aus dem Forschungsprojekt „Niedrigschwellige Familienbildung mit Familien in kritischen Lebenskonstellationen“ (Link zum Projekt) der Prozess qualitativer Sozialforschung demonstriert und mit einem engagierten Publikum diskutiert. Vorgestellt wurde der „Index Niedrigschwelligkeit“ als Analyseinstrument für die Praxis.

 

Das Angebot „Kinder – KindheitEN“ zeigte, wie man von der Frage nach einem Lieblingsort  - einem echten Piratenschiff – zum Thema Kampftechniken gelangt und letztlich bei der Frage landet, wann man mit Waffen und wann mit Worten kämpfen sollte. Für die Forschenden besonders schön war die Haltung eines Kindes: „Krieg kann man mit Wörtern lösen“. Auch die Frage nach einem Verhaltenskodex für Piraten führte zur Aussage, dass man auch in der Klasse niemanden im Stich lässt. Was wiederum heißt, jemandem der die Sprache nicht versteht mal etwas vorzusagen oder zu flüstern. Diese Beispiele verdeutlichen, wie genau die Kinder abwägen und differenzieren und nach ihrem eigenen moralischen (Piraten-)Kompass suchen.

 

Beim Projekt Kraft-Copilot (Link zum Projekt) wurden die Gäste ebenfalls von einer spielerischen Herangehensweise angelockt. In diesem Projekt wird eine Plattform für junge Erwachsene entwickelt, die Angehörige pflegen. Dabei soll die Zielgruppe die Plattform selbst mitentwickeln, damit deren Bedürfnisse auch wirklich erfasst werden. Um das zu bewerkstelligen, wird eine besondere Methode angewendet, bei der man mit Legosteinen das nachbaut, was für jeden Einzelnen Selbstfürsorge bedeuten kann. Die Ergebnisse zeigten: das kann auf der Couch liegen bedeuten, oder im Wald spazieren gehen oder aber auch eigene Grenzen aufzeigen und die Rolle oder die Aufgaben mal verlassen. An dieser Station zeigte sich, dass Lego bauen ein wunderbares Transportmittel ist, um auszudrücken, was man braucht und sich selbst zu reflektieren. Und das funktioniert auch über Generationen hinweg, denn es baute Alt und Jung fleißig nebeneinander.

 

Im Raum „Soziale Beziehungen“ (Link zum Projekt) drehte sich alles um die Frage, wie uns soziale Beziehungen guttun – oder eben nicht. Diskutiert wurden Auswirkungen der Beziehungen auf unterschiedliche Facetten der Gesundheit, wie kognitive Funktionsfähigkeit oder körperliche Erkrankungen und Wohlbefinden.

 

Großer Andrang herrschte auch im Simulationslabor (Link zum Simulationslabor): unzählige Gäste wollten wissen, wie sich das Alter anfühlt und ihr Wissen im Bereich Erste Hilfe auffrischen. Ebenso konnten sie erfahren, wie die Arbeit auf einer Intensivstation aussieht, die im Simulationslabor nachgestellt wird. Ein Studierender kann hier live an den Simulatoren üben, die anderen Studierenden beobachten im Nachbarraum die Situation. Seit 2022 werden die Studierenden an der ehs an diesen Simulatoren ausgebildet.

 

Diese und weitere Angebote verschafften den Gästen einen guten Überblick über Forschungs- und Praxisprojekte der ehs in den Bereichen Soziale Arbeit, Pflege und Kindheitspädagogik. Wenn Sie sich ausführlicher über diese Themen informieren möchten stöbern Sie gern durch unsere Webseiten!

 

Text: Cornelia Fischer

Fotos: Eve Fuhrmann

 

Link zum Programm der LNdW 2024

 

 

 

Ein kleiner Rückblick auf das Angebot von PEPE folgt hier:

 

Eingeladen wurde zum LEGO® Serious Play®, um gemeinsam am Modell festgefahrene Geschlechterrollen spielerisch aufzubrechen und neue Perspektiven zu entwickeln. In zwei gut besuchten Workshops konnte dies gut gelingen. Altersspezifisch wurden dazu Aufgaben an die Teilnehmer*innen gestellt.

 

Für die jüngeren Teilnehmer*innen hieß es, darzustellen was es heißt sich um jemanden zu kümmern/fürsorglich zu sein. Häufig wurden dabei ein König und seine Wachen dargestellt. Die noch jüngeren Teilnehmer*innen stellten spielerisch die Fürsorge eines LEGO® Hundes dar.

 

Die erwachsenen Teilnehmer*innen bauten mit LEGO® Serious Play® an einer utopischen Gesellschaft ohne Geschlechterzuschreibungen und berufliche Geschlechterklischees und stellten dar, was diese Utopie für ihr persönliches Leben bedeuten würde. Neben dem Aufbrechen geschlechterspezifischer Farbwahlen (rosa/blau) und geschlechterspezifischer Darstellungen (Lego Figur mit Bart und langem Haar) wurden die typischen Berufsbilder aufgebrochen (Formel 1 Fahrerin, Baggerfahrerin) sowie auf eine geschlechterunspezifische gleiche Bezahlung (equal pay) hingewiesen. Historisch wurde die Hexenverbrennung umgedacht: „Warum waren es immer die Hexen und nicht die Männer die verbrannt wurden? Gab es nur weibliche Hexen?“, fragte eine Teilnehmerin. Ein gemeinsames Dasein mit grenzlosem Denken wurde natürlich auch auf mehr als nur eine oder zwei Personen dargestellt: „Es betrifft die einzelnen Personen, das Paar, die Familie und die gesamte Gesellschaft“. Auch Menschen mit Behinderungen und deren grenzenloses Einbinden in die Gesellschaft wurden dargestellt.

 

Vielen Dank für die zahlreiche Teilnahme! Dank LEGO® Serious Play® konnten in beiden Workshops die Grenzen geschlechterspezifischer Rollen dargestellt werden. Es ist zu hoffen, dass sich die geschlechterspezifischen Grenzen gesellschaftlich weiter aufbrechen lassen. Dazu möchte auch das Projekt PEPe (Pflegediensthelferkurse als Einstieg in das Pflegestudium) beitragen, für das in diesem Workshop geworben wurde.

 

Text: Florian Scheffel, Projekt PEPe

 

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