ehs-Expertise in Ausstellung „Wie geht’s?“ im Deutschen Hygiene-Museum Dresden
Wie geht es uns eigentlich wirklich? Diese scheinbar einfache Frage steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Wie geht’s? Die Ausstellung über mentale Gesundheit“ im Deutsches Hygiene-Museum Dresden.
Das Thema betrifft viele Menschen: Rund 27,8 Prozent der Bevölkerung erkranken im Laufe ihres Lebens an einer psychischen Erkrankung. Trotzdem wird darüber oft noch zu wenig gesprochen. Genau hier setzt die Ausstellung an. Sie möchte Wissen vermitteln, Vorurteile hinterfragen und vor allem Gespräche anstoßen.
Professorin Dr. Susanne Knappe hat die Ausstellung aus wissenschaftlicher Perspektive heraus beraten. Sie ist Psychologin, Psychotherapeutin und Professorin für Gesundheitswissenschaften an der Evangelischen Hochschule Dresden.
Darüber hinaus engagiert sie sich ehrenamtlich am Werner-Felber-Institut für Suizidprävention und interdisziplinäre Forschung im Gesundheitswesen, das das Ausstellungsteam bei der Entwicklung der Ausstellung wissenschaftlich beraten hat. In dieser Rolle hat sie die Ausstellung auch fachlich begleitet.
Beim Pressegespräch zur Ausstellung betonte sie: Mentale Gesundheit betrifft uns alle. Gleichzeitig sei die Grenze zwischen „gesund“ und „krank“ oft fließend. Viele psychische Erkrankungen entwickeln sich über lange Zeit. Manchmal vergehen Jahre von ersten Anzeichen und Diagnose bis zum Hilfesuchen und Behandlung. Umso wichtiger ist es, früh hinzuschauen, offen darüber zu sprechen und Unterstützung zugänglich zu machen. Dennoch nehmen nur vergleichsweise wenige Betroffene professionelle Hilfe in Anspruch.
Gleichzeitig halten sich viele Mythen und falsche Vorstellungen über psychische Erkrankungen hartnäckig. „Psychische Krankheiten sieht man nicht so offensichtlich wie körperliche“, erklärt Knappe. „Deshalb müssen wir mehr darüber sprechen und Vorstellungen hinterfragen.“
Genau hier setzt die Ausstellung an. Sie wurde partizipativ entwickelt. Also gemeinsam mit Menschen, die selbst psychische Erkrankungen erlebt haben. Über viele Monate hinweg fanden Workshops statt, in denen persönliche Erfahrungen, Feedback und Kritik in die Konzeption eingeflossen sind. Dieser Austausch habe die Ausstellung entscheidend geprägt, berichtet Knappe: Die Erfahrungsexpert:innen hätten sehr offen darüber gesprochen, was eine Diagnose bedeutet und welche Herausforderungen im Alltag entstehen.
Dabei geht es nicht nur um individuelle Erfahrungen, sondern auch um gesellschaftliche Faktoren. Armut und Einsamkeit erhöhen beispielsweise das Risiko für psychische Erkrankungen. Gleichzeitig können soziale Netzwerke, Gemeinschaft und Sinnquellen – etwa religiöse Praktiken – für manche Menschen eine wichtige Ressource sein.
Ein besonderes Anliegen der Ausstellung ist es, junge Menschen anzusprechen. Psychische Gesundheit wird häufig mit Schwere und Krisen verbunden. Die Ausstellung möchte deshalb bewusst einen anderen Zugang bieten: Sie soll informieren, aber auch Neugier wecken und Mut machen, über Gefühle und Erfahrungen zu sprechen.
„Wie geht’s dir?“ – diese Frage stellen wir im Alltag oft beiläufig. Doch wenn man sie ernst meint und wirklich zuhört, kann daraus ein wichtiges Gespräch entstehen. Genau diesen Raum möchte die Ausstellung eröffnen.
Für Professorin Knappe war die Zusammenarbeit mit dem Ausstellungsteam eine bereichernde Erfahrung. Über rund eineinhalb Jahre wurde an Konzept und Umsetzung gearbeitet. „Irgendwann stand die Ausstellung und ich wusste: Das wird richtig gut“, sagt sie.
Ausstellung besuchen
Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann die Ausstellung besuchen:
Ort: Deutsches Hygiene-Museum Dresden
Zeitraum: 7. März 2026 bis 4. April 2027
Weitere Informationen zur Ausstellung:
www.dhmd.de/ausstellungen/wie-gehts




