LaFaSt: Etablierung einer Landesfachstelle Flüchtlingssozialarbeit/Migrationssozialarbeit in Sachsen

Laufzeit: bis 31.12.2023




Ausgangssituation, Problemstellung, Selbstverständnis & Ziele

Während im Fokus der wissenschaftlichen Begleitung der Flüchtlingssozialarbeit (FSA) in Sachsen in den vergangenen Jahren vor allem eine Sondierung des Handlungsfeldes, eine Bestandsaufnahme und Beschreibung der Situation und deren Veränderungen, die Initiierung von Entwicklungen und die Erprobung von Methoden und Instrumenten standen, sollen über die Gründung der Landesfachstelle dauerhafte und belastbare Strukturen für die Begleitung der FSA entstehen.

Diese sollen einerseits von der Wissenschaftlichen Begleitung der FSA in Sachsen initiierte und erprobte Methoden und Instrumente verstetigen und Kommunikations- und Kooperationsplattformen bieten, in denen sowohl Fachstandards der FSA/MSA weiterentwickelt werden als auch Themen, Probleme und gelingende Lösungen zeitnah aufgespürt und in den landesweiten Diskurs eingebracht werden. 

Andererseits will die Landesfachstelle neue Angebote schaffen: fachspezifische Seminare und Vorträge, Mitentwicklung und Organisation von Konzepten zur modularen Nachqualifizierungen von Quereinsteiger*innen in der FSA, regional- und trägerspezifische Begleitung und Koordination von Qualitätsentwicklung sowie Öffentlichkeits- und Gremienarbeit.

 

Die Landesfachstelle FSA/MSA soll wesentliche Impulse zur Schärfung des fachlichen Profils der Flüchtlingssozialarbeit/Migrationssozialarbeit in Sachsen sowie zu ihrer qualitativen Weiterentwicklung in enger Kooperation mit den Trägern geben. Dabei zielt sie auf die Professionalisierung und Unterstützung der Arbeit der Fachkräfte bei der Integration von Geflüchteten und anderen Migrant*innengruppen in den jeweiligen Sozialräumen in Sachsen.

Die Landesfachstelle soll sich dabei zu einer Plattform entwickeln, die es ermöglicht, die Kommunikation und Kooperation aller im Bereich der Arbeit mit geflüchteten Menschen involvierten Akteure zu intensivieren, inhaltliche Schnittstellen zu schärfen und Arbeitsteilungen auszuloten sowie die Anliegen und Bedarfe der Praxisakteur*innen aufzunehmen und zu transportieren.

Die Landesfachstelle will dadurch zu einer Optimierung der Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Ebenen beitragen. Dazu muss geklärt werden, welche Bedingungen und Faktoren zu einer gelingenden Zusammenarbeit bzw. Arbeitsteilung beitragen. Dies gilt vor allem für die folgenden Ebenen:

•   Zwischen den Öffentlichen Trägern, die mit geflüchteten Menschen arbeiten bzw. teils selbst FSA durchführen und die die FSA in den Kommunen steuern müssen und den Freien Trägern von FSA,

•   zwischen den landesfinanzierten FSA-Trägern und den bundesfinanzierten Migrationsberatungs-stellen (MBE und JMD) sowie

•   zwischen den FSA-Trägern und Regeldiensten, die die Integration von Geflüchteten (und anderen Migrant*innen) mit ihren niedrigschwelligen Möglichkeiten unterstützen. 

 

Die Landesfachstelle zielt auf eine Qualifizierung der Fachkräfte durch Austausch, Beratung und Beteiligung. So vor allem auf 

•   die Qualifizierung durch (regelmäßigen, thematischen) Erfahrungsaustausch zur Sensibilisierung bzgl. aktueller Themen (in verschiedenen Formaten, bspw. Regionalwerkstätten),

•   den Einsatz aktivierender Forschungsmethoden (Handlungsforschung, vermittelnde Gruppendiskussionen). Durch Methoden der Aktions- bzw. Handlungsforschung enthält das Projektdesign von Beginn an ein Bindeglied zwischen der Analyse und Erforschung der Praxis einerseits und der Veränderung des Praxisfeldes andererseits. So sollen Träger bzw. Fachkräfte der FSA/MSA in Sachsen Impulse erhalten durch Rückkopplung von Ergebnissen systematischer empirischer Untersuchungen in Bezug auf die Praxis in den Regionen Sachsens. Ebenso beteiligt sich die Landesfachstelle an den wissenschaftlichen Diskursen zu den Themenfeldern Flucht und Migration und stellt durch Recherchen und Aufbereitung von Erfahrungen aus anderen Bundesländern weitere Impulse zur Weiterentwicklung der FSA/MSA in Sachsen bereit.

•   die Mitwirkung bei der Organisation von Beratung und Qualifizierung zu fachspezifischen Themen entlang der Bedarfe der Träger, insbesondere aber auch die Entwicklung modularer Nachqualifizierungen von Quereinsteiger*innen in Kooperation mit Weiterbildungsträgern bzw. Hochschulen, insbesondere der Evangelischen Hochschule Dresden.

 

Im Zuge der Etablierung der Landesfachstelle soll diese mittel- oder langfristig Aufgaben der Öffentlichkeits- und Gremienarbeit übernehmen, z.B. als Informationsstelle (Erarbeitung eines regelmäßigen Newsletters), durch Stellungnahmen zu fachlichen Themen im Handlungsfeld und nicht zuletzt durch eine Mitarbeit in Fachgremien und Beiräten im Bereich Migration und Flucht, durch die die Anliegen der Praxisakteur*innen transportiert werden kann.


Förderung

Die Etablierung einer Landesfachstelle Flüchtlingssozialarbeit / Migrationssozialarbeit in Sachsen wird über die Förderrichtlinie „Integrative Maßnahmen“ des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt bis zum 31.12.2023 gefördert.